Gestärkt von einem hervorragenden Frühstück in unserem Hotel, den SO Sofitel Singapore, starten Monika und ich unsere heutige Tour durch den Civic District, dem alten britischen Singapur. Wir schlendern zunächst die paar Minuten von unserem Hotel in der Robinson Street zur Marina Bay. Unser erste Besuch gilt dem Merlion, dem Wahrzeichen Singapur´s. Von hier hat man einen tollen Blick auf das zweite, neue, Wahrzeichen, dem Hotel Marina Bay Sands. Ein wirklich tolles und beeindruckendes Gebäude.

Das Regierungsviertel

Wir überqueren die Strasse und betrachten das nicht minder beeindruckende Fullerton Hotel. Hier in diesem alten Fort ist jetzt eines der Luxus-Hotels von Singapur. Auf der Anderson Bridge geht es über den Singapore River. Auf der anderen Seite sieht man das Victoria Theater, das Parlament und die imposante National Galerie. Gegenüber diesem Gebäude erstreckt sich der Padang Singapur, eine große Rasenfläche, die für Paraden, aber vor allem für Sportveranstaltungen, wie Cricket, Fussball und Rugby genutzt wird.

Wir spazieren weiter zu unserem ersten Punkt unserer Besichtigungstour, der St. Andrew´s Cathedral. Diese anglikanische Kirsche ist die größte Kathedrale Singapur´s und ist im gotischen Stil erbaut. Der Gründer von Singapur, Sir Stamford Raffles, hat diese Kirche 1823 in Auftrag gegeben. 1835 wurde mit dem Bau einer Kirche begonnen.  Zwei Mal wurde diese erste Kirche vom Blitz getroffen und 1852 geschlossen. AM 4. März 1856 wurde dann der Grundstein für die heutige Kathedrale gelegt und 1862 wurde sie eingeweiht. Da vor allem schottische Kaufleute den Bau finanzierten ist der Heilige Andreas der Namensgeber und das Andreaskreuz das Logo.

Raffles City

Chijmes

Durch eine schönen kleinen Park gelangen wir zur Kirche. Die helle Kirche ist sehr schön, vor allem das Ostfenster ist erwähnenswert. Aber mehr als ein kurzes Innehalten und etwas Danke zu sagen für alles was man erleben darf ist es auch nicht. Wir verlassen die Kirche und gehen zunächst weiter ins dahinterliegende Chijmes. Dieses ehemalige Kloster ist heute ein beliebter Treffpunkt, um zu entspannen, gut zu essen oder bei einer von vielen Veranstaltungen gute Musik zu hören. Es ist wirklich sehenswert, wie man alles umgebaut hat und wie gemütlich und entspannt hier alles abläuft. Für uns beide ist es an der Zeit einen Kaffee zu trinken und etwas abzukühlen – immerhin hat es über 30 Grad bei annähernd 90% Luftfeuchtigkeit. Immerhin haben wir noch ein ordentliches Programm abzuspulen.

Raffles Center

Genau gegenüber dem Chijmes ist das Raffles Center, ein wirklich schönes Einkaufszentrum. Hier habe ich immer tolle Schnäppchen gemacht so auch diesmal. In einer Parfumerie haben wir für eine 100 ml Flasche Ralph Lauren Herrenparfum und eine 75 ml Flasche Nina Ricci Damenduft nur 70,- bezahlt und dazu bekamen wir eine große Reisetasche von Ralph Lauren dazu. Super. Also, wenn Sie einmal hierher kommen, unbedingt ins Raffles Center schauen.

Das Raffles Hotel

Aber nun ist es Zeit für einen Höhepunkt unseres heutigen Tages. Wir gehen ins gegenüberliegende Raffles Hotel. Das Raffles Hotel ist und bleibt das Hotel in Singapur. Hier stieg und steigt die Creme de la Creme ab. Schauspieler (Charlie Chaplin, Jean Harlowe, Liz Taylor), Popstar Michael Jackson oder Königin Elisabeth waren Gäste in diesen geschichtsträchtigen Hotel. Für das Treffen zwischen Kim Jong Un und Donald Trump wurde das Hotel extra als Tagungsort ausgewählt, während es wegen einer kompletten Renovierung ansonst geschlossen war. Wer wirklich Luxus und Stil erleben will und es sich leisten kann, ist hier hier absolut richtig.

Das Raffles Hotel

Unser Ziel ist aber die Long-Bar im Raffles. Hier wurde 1915 vom Barkeeper Ngiam Tong Boon der legendäre Singapur Sling erfunden. Dazu gibt es eine nette Anekdote. Nach der Jahrhundertwende war die „Long Bar“ der beliebteste Treffpunkt im kolonialen Singapur. Die Herren saßen hier bei einem Glas Gin oder Whisky. Die Damen durften aber in der Öffentlichkeit keinen Alkohol konsumieren. Ihnen blieben nur Tee und Fruchtsäfte. Ngiam erkannte den Bedarf und beschloss, einen Cocktail zu kreieren, der mit seiner rosa Farbe wie reiner Fruchtsaft aussah, aber tatsächlich Gin und Liköre enthielt. Der „Singapore Sling“ war geboren und hatte – wenig überraschend – sofort Erfolg.

Der Singapur Sling

Die Long-Bar strahlt noch immer den Glanz der „guten, alten Zeit“ aus. Die Einrichtung besteht aus dunklem Holz und Rattan- und Rohrmöbeln. Monika und ich nehmen an einem der gemütlichen Tische Platz und bestellen einen Singapur Sling. (je 31,- SGD). Dazu erhalten wir, wie es hier seit eh und je üblich ist eine Schale mit Erdnüssen. Ebenso ist es hier seit eh und je üblich die Schalen dann einfach auf den Boden zu werfen. Von Zeit zu Zeit kommt ein guter Geist und kehrt die Schalen weg. Ob der Preis von ca. 20,- € gerechtfertigt ist, sei jedem überlassen, man bekommt ihn in anderen Lokalen wesentlich billiger. Aber so wie man einmal im Sacher eine Torte essen will oder am Markusplatz in Venedig im Cafe Florian einen Cappuccino genießen will, gehört es nun einmal dazu im Raffles in der Long-Bar seinen originalen Singapur Sling getrunken zu haben.

Nach diesem Ausflug in alte Zeiten verlassen wir das ehrwürdige Raffles und spazieren weiter zu unserer nächsten Station, der Kathedrale „Zum Guten Hirten“. Diese Kirche ist der Bischofssitz der Römisch-Katholischen Gemeinde. Wir betreten die Kirche und es fällt uns sofort die schlichte und helle Atmosphäre auf. Alles erstrahlt in Weiss und verleiht der Kirche ein freundliche und trotzdem feierliche Atmosphäre. Auch hier halten wir ein wenig inne, nicht nur weil es hier angenehm kühl ist.

Fort Canning Park

Von der Kirche sind es nur ein paar Schritte zum Fort Canning Park. Dieser, auf einem Hügel gelegene Park hat für Singapur ein große Bedeutung. Im 14. Jh. Sitz der Königspaläste war er im 2. Weltkrieg Sitz der Fernost-Kommando-Zentrale der Briten. Hier, in der unterirdischen Zentrale wurde 1942 die Entscheidung getroffen, Singapur den Japanern zu übergeben. Diese Kommando-Zentrale kann man heute besichtigen. Uns interessieren aber mehr die wunderschönen Gärten, 9 verschiedene. Wir durchwandern den wunderschönen Park, der auch viele historische Gebäude aufweist. Viele Einheimische, aber auch Touristen kommen hierher um sich zu erholen, Pause zu machen oder auch eine der zahlreichen Konzerte oder Theateraufführungen zu sehen. Auch wir genießen den Aufenthalt und bewundern die vielen schöne tropischen Pflanzen und Blumen. Man ist hier wirklich weg vom hektischen Treiben der Stadt.

Wenn man den Garten durchquert hat, kommt man auf der anderen Seite direkt zum Clarke Quay. Der für sein buntes und tolles Nachtleben bekannte Hotspot präsentiert sich uns ein wenig verschlafen. Viele der angesagten und hippen Lokale haben noch geschlossen und öffnen erst wenn es dunkel wird. Früher war der Clarke Quay hier einer der wichtigsten Häfen und Umschlage-Platz von Singapur. Hier am Singapore-River legten die kleinen Boote, sogenannte „bumboats“ an und lieferten ihre Waren ab, die dann in den Lagerhäusern gelagert wurden. Als Mitte des 20. Jh. ein neuer Hafen am Rande Singapurs gebaut wurde, verkam der Clarke Quay und alles verfiel. Anfang der 80-er Jahre wurde begonnen das Viertel zu renovieren und in ein florierendes Geschäfts-, Wohn- und Unterhaltungsviertel zu verwandeln. Heute ist Clarke Quay das Ziel für alle, die am Abend etwas unternehmen wollen.

Clarke –  und Boat Quay

Über die Malacca-Bridge überqueren wir den Singapore-River und stehen nun vor dem Swissotel Merchant Court, einem sehr schönen 5-Sterne-Hotel. Im diesem Hotel habe ich meine erste Nacht in Singapur verbracht, als ich auf dem Weg nach Neuseeland hier einen Stopp einlegte. Monika und ich spazieren nun den Singapore River entlang bis hinunter zum Boat Quay. Für den gilt das Gleiche wie für den Clarke Quay. Auch hier war einst Hafen und auch hier wurde nach dem Verfall alles renoviert und es haben sich viele tolle und verschiedenste Lokale direkt am Fluss angesiedelt. In einem der schönen Gastgärten, bei einem Italiener nehmen wir Platz und genießen ein verspätetes Mittagessen mit herrlichem Blick auf den Fluss und auf das gegenüber liegende Regierungsviertel.

Nach dem Essen, bei einem echten italienischen Illy-Kaffee kommen wir mit dem Besitzer zu sprechen. Auf meine Frage, wie es sich für einen Europäer hier leben lässt, erklärt er mir, dass er hier auf keinen Fall mehr weggehen würde. Lebensstandard, Sicherheit und wenig Bürokratie machen das Leben hier für ihn einfach lebenswert. Seit 2 Jahren hier, fühle er sich mittlerweile wie ein Einheimischer. Wir können seine Begeisterung teilen. Auch ich habe mich noch jedesmal absolut wohl in dieser wunderschönen Stadt gefühlt.

China Town

Gleich hinter dem Boat Quay beginnt schön langsam Chinatown, wobei das eigentliche Chinatown erst hinter dem Hong Lim Park beginnt. Wir gehen die New Bridge Road entlang bis zum The Majestic. In diesem Einkaufszentrum gibt es alles, was nur irgendwie mit China zu tun hat. Wir stürzen uns ins Getümmel. Auf mehreren Etagen kann man angefangen von billigem Ramsch bis zu extrem teuren Produkten alles finden. Monika und mir haben es besonders die chinesische Keramik und das Porzellan angetan. Vasen und Teller in jeder Größe werden hier angeboten. Eine wunderschöner größerer Teller hat es uns angetan. Als wir den Preis von 3.000,- € erfahren hilft uns auch das Angebot, dass wir handeln könnten nicht weiter. Ein Traum sind auch die wunderschönen Produkte aus verschiedener Jade. Figuren aus grüner, rosa, violetter Jade aber auch ein paar fast unbezahlbare Stücke aus weißer Jade kann man hier erwerben.

Pagoda Street

Aber nun wollen wir ins wirkliche Chinatown eintauchen. Wir gehen in die Pagoda-Street und hier finden wir alles, was man sich unter Chinatown vorstellt. Ein Geschäft neben dem anderen, Chinarestaurants, Schneider, Gewürz- und Obststände wechseln einander ab. Wir lassen uns einfach treiben und es ist ein Vergnügen, sich alles mögliche anbieten zu lassen. In einer Schneiderei, die wir betreten, wird uns sofort eine komplette Ausstattung in Maßarbeit angeboten. Die Preise sind durchaus in Ordnung. Monika aber interessiert sich vor allem für Seide. Die Auswahl ist riesig und auch hier sind die Preise äußerst moderat. Auch die Qualität ist wirklich in Ordnung. Während Monika die Seide aussucht, werden mir wunderschöne Kimonos angeboten. Einer schöner als der andere, auch der Preis ist okay, aber was soll ich mit einem Kimono daheim. Also bleibt es bei der Seide.

Zahntempel des Buddha

Unser weitere Weg zurück in Richtung unseres Hotels führt uns auch am Zahntempel des Buddha vorbei. Die 2007 erbaute Tempelanlage ist ein unbedingtes Muss bei einer Tour durch Chinatown. Im Tempel finden sich zahlreiche Artefakte des Buddha, wie wie Knochen- und Zungenreliquien. In der 4. Etage ist das Highlight , die Buddha-Zahn-Reliquie. IN einer 320 kg scheren, aus purem Gold bestehenden Stupa befindet sich ein linker Eckzahn des Erleuchteten. Wer etwas Ruhe und Entspannung sucht, findet diese auf den Dachgarten der Pagode. Vom Tempel sind es nur ein paar Schritte zum Hotel The Scarlet, einer meine Geheimtipps für einen Singapur-Aufenthalt.

Das ruhige Chiantown

Vom Hotel gehen wir in die Amoy Street. Hier in dieser schmalen, entzückenden Gasse reiht sich ein nettes Lokal an das andere. Hier finden Sie alles, wonach es Sie lüstet. Angefangen von netten Cafes und Bars bis hin zu Restaurants mit italienischer, griechischer und japanischer Küche, Grillrestaurants uvm. Diese Gegend ist eine tolle Alternative, wenn man am Abend fortgehen möchte. Hier kann man gut essen und einen angenehmen Abend verbringen in einer doch ruhigeren Umgebung als es am Clark- oder Boat – Quay der Fall ist.

Von hier sind es nun nur mehr ein paar hundert Meter bis zu unserem Hotel. Müde, aber mit tollen Eindrücken erreichen wir unser Hotel in der Robinson Street. Jetzt wird einmal eine zeitlang am Pool entspannt, bevor es am Abend zur Marina Bay geht.