INDIAN SUMMER

Ein Erlebnis für alle Sinne

Wer kennt nicht die vielen tollen Bilder, die die Pracht des Indian Summer zeigen. Das Laub der Bäume verfärbt sich in alle Farben, von Braun, Gelb, Orange bis zu Rot leuchten die Wälder in der Sonne des Herbstes. Besonders in New England kann man dieses Schauspiel in allen seinen Facetten erleben.

Aber es ist nicht nur das Farbenspiel, das eine Reise n den Nordosten der USA so einzigartig macht. Es auch die Geschichte, die mit diese Region so besonders macht. Hier in New England befindet sich die Wiege der Vereinigten Staaten von Amerika. Nach der Besiedelung durch die Pilger-Väter, Auswanderer aus England, begann sich in Boston die Bevölkerung gegen die Herrschaft Englands aufzulehnen. Dies mündete in den Unabhängigkeitskrieg, der von 1775 -1783 andauerte und mit der Loslösung der ehemals britischen Kolonien endete. Spaziert man durch Boston, stößt man an allen Ecken und Enden auf Zeugen dieser Zeit.

Auf der Fahrt durch die New England-Staaten wird man immer wieder überwältigt sein, von der Schönheit der Landschaft. Seien es die Küsten von Maine, die fantastische Seen-Landschaft von New Hampshire oder das alte Indianergebiet um den Mount Washington National Park. Durch die wunderschönen sanften Hügel von Vermont, dem alte Siedlungsgebiet der Kolonialisten rund um Old Sturbidge in Massachusetts, führt die Reise zur Küste nach Newport in Rhode Island. Hier lebt und lebte der alte Geldadel der USA, wie die Vanderbuilts, deren Anwesen man in Newport besichtigen kann.

Vom mondänen Newport gelangt man schlussendlich nach Cap Cod, wo die New Yorker urlauben und die amerikanischen Präsidenten Urlaub machen. Auf der Insel Martha´s Vineyard hatten die Kennedy´s ihr Anwesen und Präsident Obama kaufte sich hier ein Haus.

Auf der letzten Etappe zurück nach Boston kann man in Plymouth einen Blick auf die berühmte Mayflower werfen, dem Schiff, mit dem die ersten Auswanderer von England hierher kamen. Am Flughafen in Boston endet diese traumhafte Reise, die Ihnen einen ganz anderen Blick auf die USA vermitteln wird und die sicher zu den Reisen zählt, die man unbedingt machen sollte.

Begleiten Sie mich auf dieser fantastischen Mietwagen-Rundreise,  so wie ich Sie erlebt habe, sehen Sie mit mir die Höhepunkte New Englands zur Zeit des Indian Summers und vielleicht sind Sie bereits demnächst im Flugzeug und starten zu dieser fantastischen Reise, die Sie nie vergessen werden.

 

REISEVERLAUF

Boston, den Ausgangspunkt der Reise, erreichen mit einem Nonstop-Flug von Austrian Airlines von Wien aus in 9 Stunden. Mit einmal Umsteigen kann man mit Austrian, Lufthansa und KLM auch von den Bundesländer-Flughäfen erreichen. Durch die Zeitverschiebung kommt man im Laufe des Nachmittags am Logan Airport in Boston an. Nach der Einreise bringt Sie der Shuttlebus zur Vermiet-Station Ihrer Leihwagen-Firma. Von dort dauert die Fahrt zum Hotel INDIGO BOSTON in Newton, ca. eine halbe Stunde, abhängig vom Verkehr.

Landung in Boston

Landeanflug auf Boston

Beenden Sie den ersten Tag mit einem kleinen Spaziergang zu den einer der in der Nähe gelegenen Restaurants oder sie genehmigen sich noch einen Drink an der Hotelbar

Heute am ersten Tag lasse ich mein Auto stehen und fahre mit der nur U-Bahn, die nur ein paar Minuten vom Hotel entfernt ist, direkt bis ins Zentrum von Boston. Die Fahrt bis zur Station Copley Square dauert ca. 45 min. Kommt man von der Station ans Tageslicht bekommt man sofort einen Eindruck von den Gegensätzlichkeiten dieser Stadt.  Nebeneinander stehen die 1872 erbaute Trinity-Church und das moderne Wahrzeichen Bostons, der 241 m hohe Hancock-Tower. Hier hat man auch eines der beliebtesten Fotomotive, die sich im Glas des Turms spiegelnde Kirche.

Hancock-Tower

Trinity Church

Der Spaziergang geht zunächst zum Boston Public Garden. Der öffentliche Park war der erste botanische Garten der USA. Mitten im Park steht das Reiterstandbild von Gorge Washington. Der wunderschöne Park mit einem kleinen See grenz unmittelbar an den Boston Common, dem 1634 eingeweihten und somit ältesten Stadtpark der USA . Er ist auch der Startpunkt des heutigen Programms, dem BOSTON FREEDOM TRAIL . Dieser rund 4 km lange Rundgang durch führt mitten durch das Zentrum der Stadt. Man spaziert immer entlang einer markierten, roten Linie zu 17 historischen Sehenswürdigkeiten. Am Beginn im Common Park holt man sich eine Karte, auf der alle Punkte eingezeichnet sind.

Auf diesem Spaziergang taucht man ein die Geschichte der Vereinigten Staaten. Spätestens bei der 4. Station, dem Granary Friedhof, ist man mittendrin in der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und dem Unabhängigkeitskrieg. Viele bedeutende Persönlichkeiten dieser Zeit, wie Samuel Adams, einem Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung oder Paul Revere, einem einem Helden im Unabhängigkeitskrieg, sind hier begraben. Es mutet eigenartig an, die schmucklosen Gräber vieler bedeutender Bürger dieser Zeit zu sehen. Bei uns wäre das sicher wesentlich bombastischer.

Freedom Trail

Das Grab von Samuel Adams

So spaziert man von Station zu Station. Bei der 12. Station, der Faneuil Hall, eines der ältesten Gebäude von Boston, ist es an der Zeit eine Pause zu machen. Im Quincy Market gibt es jede Menge Streetfood-Läden. Aber auch viele Cafe´s und Souvenirläden. Der Quincy-Market ist auch ein beliebter Treffpunkt der Bostoner, nicht nur der Touristen. Es gibt auch einige Restaurants, mein Tipp ist aber ein paar Minuten weiterzugehen, bis zum Geburtshaus von Paul Revere. Hier am North Square gibt es eine Vielzahl von netten Lokalen, wie das Mama Maria, ein gutes italienisches Restaurant, oder das North Square Oyster für alle die bereits jetzt Lust auf den ersten Lobster haben.

Revere Geburtshaus

In diesem Haus ist Paul Revere geboren

Ein paar Schritte weiter ist die Old North Church, eine wunderschöne Holzbau-Kirche aus dieser Zeit und der Copp´s Hill Friedhof. Ein Bummel hier durch den ältesten Teil der Stadt ist wirklich wunderschön. Wer die beiden letzten Stationen des Trails, die USS Constitution und das Bunker Hill Monument, noch machen will, der hat noch einen 30 minütigen Marsch vor sich. Ich empfehle statt dessen zum Abschluss zum Boston Tea Party Ship. zu schlendern. Erstens hat mit der Boston Tea Party die Unabhängigkeitsbewegung begonnen und zweitens, wenn man an einer Führung teilnimmt (unbedingt), erlebt man wie in Amerika Geschichte vermittelt wird. Sie nehmen teil an der Boston Tea Party als Indianer verkleidet (man bekommt eine Feder ins Haar gesteckt) und wirft zusammen mit den anderen Teilnehmern, Teeballen ins Meer und muss dazu „put the Tea into the Sea“ rufen. Es ist sensationell, zu sehen, wie sich die amerikanischen und asiatischen Touristen freuen.

Tea Party Ship

Put the tea into the sea

Nach diesem unvergesslichen Erlebnis ist es Zeit zurück ins Hotel zu fahren oder sich ein der Altstadt ein gutes Lokal zu suchen und die wirklich gute Küche von New England zu testen. Wie gesagt, Lobster und Meeresfrüchte spielen hier ein große Rolle.

Auch heute fahren wir wieder mit der U-Bahn ins Zentrum und zwar bis zum Government Center. Von hier spazieren wir ein paar Minuten zu unserem ersten Programmpunkt des Tages, dem New England Aquarium . Das wunderschöne und vor allem riesige Aquarium ist ein wirkliches Highlight in Boston. In einem gigantischen Becken, das sich über 4 Etagen erstreckt schwimmen in einen künstlichen Korallenriff die farbenprächtigsten und interessantesten Fische. Haie, Wasserschildkröten und, und, und…Insgesamt über 1000 verscheiden Arten. Sie können Rochen streicheln, die Pinguinkolonie bewundern und vieles mehr. 2 Stunden sollte man sich schon dafür Zeit nehmen.

Blauer Lobster

Blauer Lobster im Boston Aquarium

Nach diesem Erlebnis werden wir Boston auf eine ganz besondere Art und Weise kennen lernen. Direkt vor dem Aquarium besteigen wir ein Amphibienfahrzeug von Duck Tours . Zunächst fahren wir durch die Altstadt von Boston und werden von einem launigen Guide über die Sehenswürdigkeiten, die am Weg liegen, aufgeklärt. Vieles vom Vortag, aber auch viel Neues sehen wir auf dieser interessanten Tour. Immer wieder begegnen uns andere Fahrzeuge von Duck-Tours, die wir nach Aufforderung des Guides mit einem lauten „Quack-Quack“ begrüßen.

Boston Duck Tours

Eine Fahrt mit Boston Duck Tours

Nach der Besichtigung der Altstadt geht es zum Charles-River und unser Fahrzeug wird nun zum Schiff. Wir gleiten den Fluss entlang, vorbei MIT, dem Massachusetts Institut of Technologie bis zur Charles River Esplanade. Vom Fluss aus hat man einen wirklich tollen Blick auf die Stadt. Die Tour endet nach 80 Minuten wieder beim Aquarium.

Boston Duck Tours

Boston vom Wasser aus

Wer zum Mittagessen ein gutes Lokal möchte, dem kann ich das McCormick & Schmicks am Quincy Market empfehlen. Die Auswahl an Meeresfrüchten ist hervorragend. Dazu einen guten Wein von der reichhaltigen Weinkarte und man sieht die Welt mit anderen Augen. Ich würde unbedingt eine Reservierung für den Gast-Garten empfehlen. Aber auch die Steaks sind excellent.

Nach dieser Stärkung ist es nun Zeit etwas für unsere Bildung zu tun. Wir spazieren den kurzen Weg in Richtung Boston Common Park und steigen in der Station Downtown Crossing in die U-Bahn ein. Unser Ziel ist der Stadtteil Cambridge und hier die berühmte Harvard-Universität. 1636 vom Geistlichen John Harvard gegründet, ist diese Universität eine der exclusivsten und besten der Welt. Viele bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Kunst und Kultur sind Absolventen dieser Elite-Uni. Die Präsidenten John Adams, J.F. Kennedy, George W. Bush, Barack Obama und dessen Frau Michelle. Bill Gates. Mark Zuckerberg, der Lyriker T.S. Elliot oder Leonard Bernstein, um nur ein paar zu nennen, sie allesamt haben hier erfolgreich studiert.

Harvard Universität

Die Harvard Universität

Man kann Harvard im Zuge einer geführten Tour oder auch allein besichtigen .Wie man es aber macht, es ist beeindruckend durch den weitläufigen Campus zu spazieren. Aber nicht nur die Universität ist sehenswert, auch der Ort Cambridge hat einiges zu bieten. Ein Bummel durch den Vorort von Boston ist ein schöner Schlusspunkt der beiden Tage hier in Boston.

Zurück zum Hotel geht es mit dem Bus Nr. 86 bis zur Haltestelle Reservoir, wo man wieder in die U-Bahn umsteigt und bis zum Hotel fährt.

Heute startet unsere große New England Tour. Unsere erste Etappe führt und nach Salem. Der Ort liegt etwa 26 km nördlich von Boston und gelangte durch die Hexenprozesse im 17. Jahrhundert zu zweifelhaften Ruhm. Wir wählen die etwas längere Route durch Boston, da wir uns das Ergebnis des sogenannten „BIG DIG“ anschauen wollen. Gemeint ist damit, dass man die meist befahrene Stadtautobahn komplett unter die Erde verbahnte. Gleichzeitig wurden auch Querverbindungen mittels Tunnels mit der Expressway verbunden. Somit ist erstens sehr viel Verkehr aus der Stadt raus genommen worden und gleichzeitig eine wesentlich städtebauliche Verschönerung der Stadt erreicht.

Wir kommen sehr gut durch den langen Tunnel und erreichen nach dem Flughafen wieder das Tageslicht. Bei traumhaftem Wetter fahren wir der Küste entlang bis Salem. Unser Ziel ist das Salem Witch Museum. Hier in diesem Museum wird die Geschichte der Hexenverfolgung und der Prozesse auf anschauliche und auch typisch amerikanische Weise erzählt. In einem großen Saal sind an der Seitenwänden große Nischen, in denen wie auf einer Bühne die einzelnen Stationen dargestellt sind. Man bekommt einen Kopfhörer und wenn man mit der Gruppe hinein geht, beginnen die einzelnen Bühnenbilder in der richtigen Reihenfolge zu leuchten und die Geschichte wird erzählt. Das ganze dauert in etwa eine Stunde.  Danach besucht man die ebenso interessante Ausstellung, wo es um den Wandel des Hexenbildes in unserer Zeit geht.  Mein TIPP: Da es zur Zeit des Indian Summer zu langen Wartezeiten bei der Kasse kommen kann, bitte unbedingt vorab buchen. Kosten 12,- €  Erwachsener und 9,- € für ein Kind.

Salem Witch Museum

Das Salem Witch Museum

Von Salem geht unsere Fahrt weiter der Küste entlang nach Portsmouth. Portsmouth ist im Bundesstaat New Hampshire und somit der 2. der 6 New England-Staaten, die wir alle besuchen werden. In dieser entzückenden Küstenstadt machen wir unsere Mittagspause. Im wunderschönen Prescott Park machen wir einen kleinen Spaziergang und essen in einem der zahlreichen Lokale eine Kleinigkeit. Denn heute am Abend haben wir etwas Besonderes vor. Aber davon später.

Von Portsmouth aus geht es nun immer der Küste entlang bis nach Kennebunkport.  Diese Kleinstadt wurde u.a. bekannt als Sommersitz des Präsidenten George W. Bush.  Aber nicht nur aus diesem Grund ist der Ort sehenswert, er war  auch Kulisse für die Serie „Mord ist ihr Hobby“ mit Angela Lansbury. Wenn man durch diesen entzückenden Ort fährt – übrigens sind wir bereits in Maine, dem 3. New England Staat – wäre man nicht überrascht, Jessica Fletcher jeden über den Weg zu laufen.

Orchard Bay Beach

Der Strand an der Orchard Bay

Wir fahren weiter zum Old Orchard Beach, einem der schönsten Strände von Maine. Jetzt im Herbst ist es hier ruhig, aber man kann erahnen was hier zur Hochsaison im Sommer los ist. Viele Hotels, Apartments, Restaurants und jede Menge Bars und Cafes sind hier entlang des wunderschönen, breiten Sandstrand. Abseits des Ortes sehen wir ein paar traumhaft schöne Landhäuser.

An der Orchard Bay

Landhaus an der Orchard Bay

Von hier ist es nun nur mehr eine halbe Stunde bis wir nach Portland, der wichtigsten Stadt des Bundesstaates Maine. Mehr 600.000 Menschen leben in dieser Stadt, die vor allem als Fischereihafen bekannt ist. Wir fahren zu unserem Hotel, dem Holiday Inn Portland by the Bay. Nach dem Check-In machen wir uns frisch und spazieren in das nahe gelegene Zentrum. Zunächst gehen wir einmal auf ein Bier um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Nach einiger Zeit gehen wir weiter in Richtung Marina zu unserem wichtigen Termin. Wir haben für 19.00 einen Tisch im DiMillo´s reserviert. Ich kenne das Lokal schon von einem früheren Aufenthalt hier in Portland und es ist ein absolutes Muss hier Abend zu essen.

Bei DiMillo´s

Mein Schwager mit Lobster

Das DiMillo´s ist ein schwimmendes Restaurant und natürlich auf Meeresfrüchte spezialisiert. Schon bei der Planung der Reise habe ich mich auf dieses Essen gefreut. Nach einer kurzen Wartezeit an der Bar bekommen wir unseren Tisch im stilvoll eingerichteten Lokal. Als Vorspeise muss es ein original New Engalnd Clam Chowder sein. Diese Muschel-Kartoffel-Suppe ist einfach sensationell. Dazu passt natürlich ein frisch gezapftes Allagash, ein Bier einer örtlichen Brauerei.. Dann kommt endlich der heiß ersehnte Lobster. Dazu gibt es hervorragende gekochte Kartoffel in der Schale. Dazu passt ein  ausgezeichneter Sauvignon Blanc aus Neuseeland vom Weingut Peter Yealands. Den Abschluss dieses herrlichen Essen bildet ein Blueberry Cobbler, ein Wackelpudding mit Schwarzbeeren aus Maine. Als Begleitung und krönenden Abschluss gönnen wir uns eine Flasche Hillinger Secco Sparkling Pinot Noir. Ein bisschen ein Heimatbezug darf schon sein.

Über die Höhe der Rechnung breiten wir lieber den Mantel des Schweigens, aber immerhin konnten wir uns noch das Taxi zum Hotel zurückleisten.

Als wir am Morgen aus dem Fenster blicken, liegt dichter Nebel über Portland. Aber auch das ist zu dieser Jahreszeit normal. In der Nacht kühlt die warme Luft ab und kondensiert. Erst mit der Sonneneinstrahlung löst sich dann in Laufe des Vormittags der Nebel. Unser heutiges erstes ist der Portland Head Light, ein 23 m hoher Leuchtturm, den George Washington im Jahre 1787 in Auftrag gegeben hat. Wir überqueren die Hafen-Bucht und fahren die paar Kilometer bis zum Parkplatz des Leuchtturms, der auch der Parkplatz des Fort Williams Park ist. Der Turm liegt in dichtem Nebel, die Stimmung ist absolut traumhaft. Am schönsten sind die Spinnennetze in den Büschen, an denen die Nebeltröpfchen haften.

Leuchtturm

Morgennebel beim Leuchtturm

Nach dem wir alles geshen haben, fahren wir zurück in Richtung Portland und fahren auf die Interstate 295 auf. In Brunswick fahren wir ab. Mittlerweile hat sich der Nebel aufgelöst und die Sonne strahlt von einem tiefblauen, wolkenlosen Himmel. Es wird wieder ein Traumtag. Wir fahren jetzt auf dem US Highway 1, die Nord-Südverbindung hier im Osten, die von der kanadischen Grenze über 3800 km bis nach Key West in Florida führt. Unser erster Stopp ist in Wiscasset, einem entzückenden Örtchen am Sheepscot-River. Wir spazieren ein wenig durch den Ort, aber da der erste Vormittags-Kaffee ruft. kehren wir bei Sarah´s Cafe ein. Von der Terrasse hat man einen wunderschönen Blick auf den Fluss und vor allem auf eine Verkaufsbude für Lobster-Semmeln. Diese Roll´s sind eine Spezialität von New England und die Stände gibt´s so wie bei uns die Würstelbuden. Einfach herrlich.

Wiscasset

Pause in Wiscasset

Von Wiscasset fahren wir nun durch eine herrliche Landschaft. Sie ist geprägt von vielen Flüssen, Meeresarmen und saftig grünen Wiesen und bunten Wäldern. Die zahlreichen Ortschaften sind allesamt im typischen New England – Stil erbaut. Holz ist das dominierende Element und fast alles ist weiß angestrichen. Angefangen vom Wohnhaus, der örtlichen Behörden bis hin zur Kirche.

So lebt man in New England

Typisches Landhaus

Bei Rockland kommen wir wieder zur Küste. Diese Stadt ist einer der wichtigsten Fischer-Häfen für den Lobster Fang. Wir halten am Hafen und machen einen kurzen Rundgang. Von Rockland führt die US 1 immer der Küsten entlang in Richtung Norden. Wir genießen die Fahrt an der Küste. Unterwegs halten wir Rast auf einen der vielen, gut ausgestatteten Rastplätze und machen ein Picknick. In Portland haben wir uns in einem großen Supermarkt mit allem Nötigen eingedeckt und nun lassen wir es uns gut gehen. So eine Pause ist mir wesentlich lieber als ein schnelles Essen in einem Fast-Food-Lokal mit undefinierbarem Essen. Außerdem ist ein kurzes Power-Napping auch was Feines.

Orland

Ellsworth in Maine

Wir folgen der 1 bis nach Ellsworth und biegen dort auf die US 3 ein, die nach Mount Desert Island führt zu unserem Tagesziel, dem Best Western Acadia Park Inn. Dieses typische amerikanische Motel mit Parkplatz direkt vorm Zimmer ist für eine Nacht unser Quartier. Wie checken ein, machen uns Frisch und fahren die paar Kilometer bis nach Bar Harbor. Die Strasse führt den Berg hinunter und man hat einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, die vorgelagerten Inseln und das Festland. Bar Harbor ist eine nette, saubere Stadt, die voll auf den Tourismus ausgerichtet ist. Sie ist das Tor zum Acadia National Park mit seinen vielen Outdoor-Attraktionen. Hier leben noch viele Elche, Bären und andere Tiere. Wunderschöne Wanderwege führen durch den Park.

Bar Harbor

Bar Harbor am späten Nachmittag

Eine weitere Attraktion ist das Whale Watching. Von April bis Oktober kann man hier diese majestätischen Tiere beobachten. Dies steht auch auf unserem morgigen Tag als erstes auf dem Programm. Aber wir parken zunächst unser Auto am Hafen und spazieren durch den wirklich entzückenden Ort. Auch hier verspürt man den New England Style, aber man merkt schon auch, dass hier das Klima schon um einiges rauer ist, als weiter im Süden. Irgendwie fühlt man sich schon eher in Kanada als in den USA. Aber der Ort ist wunderschön. Sehr viel Grün, fast auf jedem Grundstück ist eine Wiese und steht ein Baum.

Restaurant Bella Vita

Das gemütliche Bella Vita

Langsam wird es nun  Zeit ein Lokal für das Abendessen zu suchen. Wir entscheiden uns heute für einen Italiener. Das La Bella Vita, direkt am Hafen, schaut recht einladend ein. Ohne lange Wartezeit bekommen wir einen Tisch direkt am Fenster. Zur Einstimmung genehmigen wir uns ein Glas Prosecco. Als Vorspeise wählen wir die Cozze Bianco. Die in einer Zitronen-Butter-Sauce servierten Miesmuscheln sind ein Gedicht. Genauso wie der Ecco Domani Pinot Grigio aus den Trentino. Die Hauptspeise ist der absolute Hammer. Man kann sich seine eigene Pasta zusammenstellen. Man wählt die Pasta, dann sucht man sich aus einer Vielzahl von verschiedenen Zutaten die gewünschten aus und dann die dazupassende Sauce. Wahrlich ein Gedicht. Als Nachspeise gibt es ein wirklich ausgezeichnetes Gelato. Abgerundet mit einem Grappa di Sassicaia von Poli. Ein fürwahr köstliches Abendessen als Abschluss eines wunderschönen Tages.

Auch an diesem Morgen trübt dichter Nebel den Blick aus dem Fenster. Wir rufen bei der Whale Watch Company an und erfahren, dass der Vormittagstermin abgesagt ist. Dadurch ändert sich unser heutiger Tagesablauf. Wir können uns zum Frühstücken Zeit lassen und dann ganz gemütlich zu unserem heutigen Tagesziel fahren. Da noch immer dichter Nebel herrscht, fahren wir in den Norden nach Bangor und fahren hier auf die Interstate 95 auf. Unser erstes Ziel wird Augusta sein, die Hauptstadt von Maine. Nach Bangor reißt der Nebel auf und man sieht wieder einen tiefblauen Himmel. Die Temperaturen steigen ebenfalls rasch an und als wir nach Augusta kommen hat es schon wieder über 20 Grad.

Auto im Nebel

So macht man in den USA Urlaub (das Auto ist angehängt)

Augusta ist eine Kleinstadt am Kennebac River. Sie hat nicht sonderlich viel zu bieten, vielleicht abgesehen vom State House, das dem von Boston nachgebaut wurde. Wir genießen unseren Kaffee in einen netten Lokal und dann geht es weiter hinein in fantastische Seen-Landschaft von Maine. Immer wieder fahren wir an kleineren und größeren Seen entlang, überqueren viele Flüsse und fahren durch wunderschöne Wälder, die schon das typische Kleid des Indian Summer tragen. An einem der Seen machen wir Halt und machen wieder unser Picknick. Beim anschließenden Spaziergang am Ufer entlang genießen wir die Sonne und den Blick auf die traumhafte Landschaft.

See in Maine

Ufer des Tripod Pond

Kurz nach dem Tripod Pond kommen wir zum Long Lake. In Naples machen wir Halt und sehen uns das kleine Örtchen an. Hier ist absolute Hochsaison. Auf dem See unzählige Boote, mehrere Marina´s und Geschäfte. Lokale und Souvenirshops findet man entlang des Seeufers.

Marina in Naples

Eine von mehreren Marina´s in Naples

Nach Naples kommen wir nach Fryeburg und überqueren die Grenze zum Bundesstaat New Hampshire. Von hier sind es nur mehr knapp 20 km bis zu unserem heutigen Tagesziel, dem North Conway Grand Hotel. Es ist das beste Hotel in North Conway, aber da wir hier 2 Nächte bleiben ist es uns das wert. Die Lage des Hotels ist auch nicht schlecht, den gleich daneben ist das Settler´s Green Outlet Village. Hier habe ich schon bei meinem letzten Aufenthalt ein paar tolle Schnäppchen gemacht. Wir checken ein und machen uns rasch frisch, da wir noch eine kleine Runde um North Conway machen wollen.

Conway Railroad

Einfahrt in den Bahnhof von North Conway

Wir fahren gemütlich durch den langgezogenen Ort, vorbei am Bahnhof, wo gerade ein Zug der Conway Scenic Railroad einfährt. Dieser Touristenzug fährt mehrmals täglich durch die wunderschöne Landschaft der White Mountains. Wir fahren weiter entlang des Ellis River nach Jackson. Hier findet man alles ,was das Sportlerherz sich wünscht. 2 Golfplätze für den Sommer und Skipisten und einen österr. Eislaufplatz mit Schlittenfahrten.

Jackson New Hampshire

Eine überdachte Brücke, typisch für New England

Nach dieser kurzen Tour geht es zurück ins Hotel. Auf dem Weg in unser Restaurant machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Outlet Center. Es ist nur zum Gustieren, shoppen ist morgen angesagt. Unser Ziel ist das Merlino´s Family Steakhouse. Heute muss es ein richtiges großes Steak sein mit allem drum und dran. Keine Vorspeise oder ähnliche Nebensächlichkeiten. Ich weiß von früher, das es hier gutes Fleisch vom Angus Rind gibt. Ich bestelle mir ein 20 Oz   T-Bone Steak (ca. 550 gr.). Dazu gibt es Pommes Frites und Salat. Als Getränk muss es ein frisch gezapftes Tuckerman´s sein, ein Bier aus dieser Gegend. Auch diesmal werden unsere Erwartungen nicht enttäuscht und den restlichen Abend verbringen wir an der gut ausgestatteten Bar.

So wie es der Wetterbericht vorher gesagt hat, lacht die Sonne am Morgen von einem wolkenlosen Himmel. Wir sind so dankbar, den heute erwartet uns ein absoluter Höhepunkt unserer Reise, der White Mountain National Forest mit dem Mount Washington. Wir frühstücken im Hotel, für amerikanische Verhältnisse hervorragend. Feste Schuhe und wärmere Kleidung werden eingepackt, den wir werden den Gipfel des Mount Washington besteigen. Wir fahren vom Hotel hinein in den Park. Hier sind wir in tiefsten Indianer-Gebiet. Die Strasse steigt immer mehr an und nach 60 km sind wir am Ziel, der Talstation der Mount Washington Cog Railway.

Talstation

Tals-Station der Cog Railway

Man kann den 1.917 m hohen Berg auf verschiedene Arten bezwingen, mit dem Auto, zu Fuß oder was für mich die schönste Art ist, mit der weltweit ältesten Zahnradbahn der Welt. 1866 eröffnet führt die die 4,8 km lange Strecke von der Talstation bis hinauf zur Bergstation, die knapp unter dem Gipfel ist. Auf dieser Fahrt überwindet die Bahn 1.200 Höhenmeter bei einer mittleren Steigung von 25%. Das steilste Stück hat eine Steigung von knapp 48%. Die gesamte Fahrzeit beträgt eine Stunde. Die gesamte Dauer für Hin-und Rückfahrt beträgt 3 Stunden. Heute fahren die Züge mit von Bio-Diesel betriebenen Lokomotiven den Berg hinauf. Nur mehr selten werden die Waggons noch von den alten Dampflokomotiven geschoben. Ich hatte noch das Glück mit so einem pfauchenden Ungetüm zu fahren.

Zug in der Talstation

Unser Zug auf den Mount Washington

Wir hatten unsere Tickets schon vorab gekauft (in der Hochsaison sehr ratsam) und konnten daher in aller Ruhe die Talstation mit den ausgestellten, ersten Lokomotiven bestaunen. Unser Zug fuhr um 10.00 ab, das Boarding beginnt ca. 30 min vorher. Schon nach wenigen Metern führen die Geleise steil den Berg hinauf. Mit an Bord ist ein Guide, der den Reisenden alles über die Bahn, die Strecke und den Berg erzählt. Immer steiler geht es aufwärts bis zur ersten Ausweichstelle. Heute sind die beiden Ausweichstellen zweigeleisig, so das die Züge ohne Halt aneinander vorbeifahren können. Als ich hinauf fuhr, war das noch anders. Bei den Ausweichstellen musste der Zug auf ein Nebengleis fahren. Dafür wurden die Gleise händisch mit genau 17 Handgriffen umgelegt. Die Gleise wurden wieder umgelegt, sodass der Bergab-Zug vorbeifahren konnte. Anschließend wieder umlegen, unser Zug fuhr zurück, wieder umlegen und es ging weiter. Abenteuerlich, aber sensationell.

Ausweichstelle

Hier werden dann die Schienen händisch umgelegt

Wie schon erwähnt kann das Wetter am Mount Washington in kürzester Zeit umschlagen, aber wir hatten wirklich Glück. Wie schon in den letzten Tagen hatten wir Traumwetter. Oben angekommen stiegen wir die paar Meter bis zum Gipfel hinauf. Der Ausblick war einfach gigantisch. Wir hatten eine unglaubliche Fernsicht. In den Norden bis nach Kanada, nach Westen bis weit nach Vermont hinein und nach Osten bis zum Atlantik. Es war einfach unbeschreiblich schön. Für diesen Ausblick zahlt man gerne den nicht ganz billigen Preis von 80,- USD. Nach einer Stunde Aufenthalt – und dem obligaten Kaffee in der Bergstation – geht es wieder den Berg hinunter. Um 13.00 waren wir wieder bei der Talstation.

Mount Washington Summit

Mit Monika auf dem Gipfel

Weiter geht die heutige Reise durch den National Forst. Nach ein paar Kilometer fahren wir am geschichtsträchtigen Mount Washington Resort vorbei. Ein wunderschönes Hotel, in dem 1944 die Bretton-Woods-Konferenz statt fand. Auf dieser Konferenz wurde die Weltbank und der internationale Währungsfond gegründet. Nun fahren wir durch dichte Wälder, dass wir in altem Indianer-Gebiet sind, sieht man an zahlreichen Totem-Pfählen entlang der Strecke. Auf einem Parkplatz halten wir und gehen den kurzen Weg zu einem Wasserfall. Gleich nachdem wir in den Wald hinein gehen, steht großes Schild mit einer Warnung vor Bären und wie man sich bei einer Begegnung verhalten soll. Leider bzw. Gott sei Dank ist uns keiner von den scheuen Gesellen begegnet.

Beim Old Man

Hier kommt man zum Old Man of the Mountain

Nach knapp 40 km erreichen wir den nächsten Punkt unserer Tagestour. Es ist der „Old man of the mountain“. Der Alte Mann des Berges war eine Felsformation, die den Kopf eines Indianer zeigte. Als ich das erste Mal hier war (2001), war er noch deutlich zu sehen. Leider hat ein natürlicher Felssturz 2003 diesen Kopf zerstört. Aber allein die Fahrt hierher zum Profile Lake ist wunderschön und man kann ja sehen wo er einmal war und die Bilder, die hier ausgestellt sind, betrachten.

The old man of the mountains

So sah der „old Man of the Mountain“ einst aus

Wir fahren weiter nach Lincoln und biegen dann auf die 112 ein. Diese Strasse wird auch „Kangamagus Highway“ genannt. Diese Strasse führt hinein in eine der schönsten Landschaften New Hampshire´s. Auf den  60 km bis North Conway quer durch die White Mountains, sieht man den ganzen Zauber des Indian Summer. Die Wälder leuchten in allen Farben, die Panoramastrasse führt die meiste Zeit den Fluss entlang, immer wiedereröffnen sich neue Blickwinkel und man glaubt zeitweise, dass der Wald brennt. Das Schönste aber ist, dass wir hier auf dieser Strasse fast allein sind.. Wir sind einfach sprachlos, ob dieser traumhaften Landschaft und dankbar, das alles sehen zu dürfen.

Die 112

Auf dem Kangamagus Highway

Wir fahren immer weiter den „Highway“ entlang. Zwischendurch machen wir bei einem kleinen See halt und spazieren um ihn herum. Bei einem Rastplatz stehen mehrere indianischen Totempfähle. Sie schauen zwar alt aus, sind aber nur eine Touristenattraktion und ein Hinweis, das dieses Gebiet einmal den Algonkin-Indianern gehörte.

See am Kangamagus

Ein See am Kangamagus Highway

Nach 50 km kommen wir wieder in die „Zivilisation“ und erreichen Conway. Von hier sind es nur mehr ein paar Kilometer zu unserem Hotel. Da wir noch Zeit bis zum Abendessen haben, gehen wir nun shoppen. Im Settler´s Outlet Center zieht es mich, als bekennenden Hilfiger und Ralph Lauren Fan, zu diesen Geschäften. Meine Frau und die beiden anderen Begleiter finden auch ihre Schnäppchen. Zurück ins Hotel, frisch machen und dann gehen wir wieder in das gestrige Restaurant. Steaks kann man jeden Tag essen.

Der Wetterbericht hat eine Wetterverschlechterung angesagt, aber am Morgen sehen wir noch nichts davon. Unser Weg führt uns heute zunächst zum Lake Winnipesaukee, einem der größten Seen in New Hampshire. Von unserem Hotel sind es knapp 70 km. Unser erster Halt ist bei einem Bauernmarkt. Man kann hier frisches Gemüse kaufen, vor allem aber den großen Howden-Kürbis, der nicht nur gut schmeckt, sondern auch der ideale Kürbis für Halloween ist. Immer öfter sieht man nun bei Bauernmärkten, Gärtnereien und Baumärkten diesen bis zu 15 kg schweren Kürbis.

Bei Moultonborough kommen wir ins das Seen-Gebiet. Wir fahren am Lake Kanasatka vorbei und kommen bei Center Harbor zum riesigen Lake Winnipesaukee. Das Seeufer ist sehr stark gegliedert, daher ist der Gesamtumfang des Sees über 460 km. Im See sind mehr als 250 Inseln. Unser Ziel ist Meridith, einem der touristischen Hauptorte. Der Ort leigt an 2 Seen, einerseits am Winnnipesaukee und an der anderen Ortsseite ist der kleine Lake Waukewan. Wir parken direkt am See und im Down Docks, einem Lokal mit See-Terrasse gibt es endlich unseren Kaffee.

Meridith

Das Town Docks in Meridith

Wir genießen die warmen Sonnenstrahlen, den wir sehen, dass der Wetterbericht stimmt und schön langsam ziehen immer mehr Wolken auf. Wir brechen auf und fahren nun immer Richtung zu unserem nächsten Ziel, der Quechee-Schlucht. Die Strasse führt durch eine wunderschöne, hügelige Landschaft mit entzückenden, kleinen Ortschaften. Hier auf dieser Route sind nicht so viele Touristen unterwegs. In Lebanon am Connecticut-River machen wir Halt um eine Kleinigkeit zu essen. Es ist eine typisch amerikanische Kleinstadt.

Kurz nach Lebanon überqueren wir die Grenze zu Vermont, dem 4. Bundesstaat auf unserer Reise. Von hier ist es nicht mehr weit zum Quechee State Park. Die Strasse führt über den Ottauquechee River der sich hier ca. 50 m tief in den Fels eingegraben hat. Diese Schlucht ist die tiefste in Vermont. Wir parken gleich nach der Brücke beim Parkeingang und spazieren zurück zur Brücke.

Quechee George

Blick in die Quechee-Schlucht

Der Blick in die Schlucht und die Umgebung ist schon beeindruckend. Leider hat das Wetter in der Zwischenzeit umgeschlagen und es nieselt, sodas wir uns nicht länger aufhalten. Nach ein paar Kilometern sehen etwas abseits der Strasse ein größeres Gebäude mit der Aufschrift „Scotland by the Yard“. Wir bleiben stehen und sehen, dass es ein Geschäft für schottische Produkte ist. Hier gibt es alles, angefangen von den Stoffen in den verschiedensten Clan-Mustern, dazu passende Krawatten, Kilts und natürlich auch alles an schottischen Spezialitäten. Wir kommen mit Don Ransom, dem Besitzer ins Gespräch. Von ihm erfahren wir, dass sich in dieser Gegend sehr viele Schotten angesiedelt haben. Er veranstaltet auch das jährliche Scottish Festival. Er sagt uns aber auch, dass er das Geschäft bald aufgibt, da immer weniger Kunden kommen und er und seine Frau keinen Nachfolger für das Geschäft finden.

Wir kaufen ein paar schottische Souvenirs und fahren weiter zu unserem heutigen Ziel, dem bekannten Skiort Killington, wo jedes Jahr Damen-Weltcup-Rennen stattfinden. Wir fahren nicht in den Ort, sondern hinauf zur Skistation zu unserem Hotel, dem Mountain Inn. Das Hotel hat noch etwas von einem Berghotel. Viel Holz und Stoff sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Wir checken schnell ein und machen einen langen Spaziergang rund um die Station. Jetzt im Oktober liegt zwar noch kein Schnee, aber man merkt, dass sich der Ort schon auf die Wintersaison vorbereitet.

Zurück im Hotel entspannen wir uns im hoteleigenen Hallenbad, bevor wir in Restaurant zum Abendessen gehen. Obwohl wir hier auf dem Berg sind und knapp 250 km vom Meer entfernt sind, wird frischer Lobster angeboten. Da wir in letzter Zeit sehr Steak-lastig waren, ist es wieder einmal Zeit für einen Hummer. Diesmal allerdings als Lobster-Spaghetti. Dazu ein guter Sauvignon Blanc von Kendall-Jackson aus Kalifornien.

Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigt mir, dass die Schlechtwetterfront nun da ist. Tiefhängende Wolken und leichter Regen sind heute angesagt, aber nichts desto trotz steht uns eine schöne Etappe bevor. Von Killington zunächst nach Rutland und nach Pittsford und dann immer weiter in den Süden nach Stockbridge und zu unserem Ziel nach Springfield.

Aber zu aller erst Frühstück und hier erleben wir eine Überraschung der amerikanischen Art. Alles was hier angeboten wird, sei es die Butter, die Marmelade, die Wurst oder der Käse, alles ist in Plastik verpackt. Obendrein gibt es auch kein Geschirr, nur Plastikbecher und Plastikbesteck. Es ist ein Wahnsinn, allein der Müll den wir hinterlassen ist gewaltig. Dieses Land hat noch riesigen Aufholbedarf, was Müllvermeidung betrifft, aber nicht nur das. Auch in vielen anderen Bereichen ist Amerika von der Infrastruktur weit von Standard Europas entfernt. Man denke nur an die vielen Strom- und Telefonleitungen, die alle noch auf Masten sind und einige Punkte mehr.

Aber dafür sind die Menschen extrem freundlich, hilfsbereit und nett und das Land ist einfach wunderschön. Das nur ein kleiner Exkurs. Wir fahren nach dem Frühstück den Berg hinunter nach Rutland und weiter nach Pittsford, zu unserem ersten Stopp dieses Tages. Hier in Pittsford ist das „New England Maple Museum“. Es heißt, ohne einen Besuch dieses Museums ist ein Vermont-Aufenthalt nicht komplett. In diesem nett gestalteten Museum erfährt man alles, was man über die Ahorn-Sirup-Erzeugung wissen muss. Schon die Ureinwohner Amerikas haben diesen süßen Saft gewonnen und zu schätzen gewusst. Die Geschichte der Herstellung des Sirups des Ahorn-Baumes wird hier auf typisch amerikanische Art sehr anschaulich und auch lustig gezeigt. Natürlich muss man dann zum Abschluss in angrenzenden Shop etwas für daheim einkaufen. Für sich selbst und als Mitbringsel.

Maple Leaf Museum

Der Souvenierladen im Museum

Nach diesem Besuch fahren wir nun immer weiter in den Süden hinein in die Green Mountains. Es mittlerweile aufgehört zu regnen und auch die Sicht hat sich gebessert. So sehen wir auf dieser schönen Fahrt die wunderschöne Landschaft Vermonts. Sanfte Hügel, die auch in den typischen Farben des Indian Summer leuchten. Wir kommen durch entzückende Ortschaften, die alle Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen. In einem dieser Orte halten wir und gehen auf den üblichen Kaffee. Anschließend möchten wir noch in Geschäft auf dem Hauptplatz etwas einkaufen. In diesem Geschäft gibt es alles, von Lebensmitteln, allem was man im Haushalt braucht und auch für den Landwirt ist gesorgt. Plötzlich sehe ich in einem Regal ein Sortiment unserer herrlichen, unvergleichliche Manner-Schnitten. Wir fragen den Besitzer, weshalb er Manner-Schnitten in seinem Sortiment hat. Weil einmal ein guter Freund von ihm in Österreich auf Urlaub war und dort diese Köstlichkeit kennengelernt hat. Darauf hat er sie bei seinem Großhändler bestellt und da sie bei seinen Kunden sehr gut ankommen, gibt es sie in seinem Geschäft. Natürlich müssen wir seinen Bestand drastisch reduzieren.

Wir fahren weiter und plötzlich kommt auch die Sonne wieder zum Vorschein. Dadurch wird die Fahrt durch die Green Mountains noch schöner. Es ist wirklich eine wunderschöne Region. Wir kommen nach Bennington und da es Zeit für einen Imbiss ist, wollen wir uns eine Kleinigkeit in einem Supermarkt kaufen. Als wir in den Ort kommen, sehen wir eine riesige Aldi-Filiale. Natürlich steuern wir diese an. Als wir hinein gehen das AHA-Erlebnis. Alles sit so angeordnet wie wir es von daheim kennen. Das Brot ist wo das Brot ist, das Obst wo Obst hingehört und auch alles andere ist auf seinem Platz. Wir suchen uns ein Lokal, wo wir was zum Trinken bekommen, das Essen mitzubringen ist in den USA ja kein Problem.

New England

Eine Tankstelle aus vergangener Zeit

Nach dieser Pause fahren wir weiter in den Süden zu unserem nächsten Halt, nach Stockbridge. Hier in diesem kleinen Ort, schon wieder in Massachusetts, ist das Museum von Norman Rockwell. Norman Percevel Rpckwell war einer der bedeutendsten amerikanischen Maler. Rockwells Arbeiten gelten sowohl als amerikanisch-patriotisch wie auch als kommerziell. Als Illustrator schuf über mehr als 40 Jahre schuf er insgesamt 322 Titelbilder  der Saturday Evening Post. Mit seiner Art zu malen hat er in den 40- und 50-er Jahren das amerikanische Alltags-Leben auf amüsante Art dargestellt. Er war aber auch politisch sehr engagiert. Sein Motto war:

„Die Sichtweise des Lebens, die ich in meinen Bildern kommuniziere, schließt das Morbide und Hässliche aus. Ich male das Leben so, wie ich es gerne hätte.“

Norman Rockwell

Ein typisches Norman Rockwell Bild

Man kann zu dieser Art von Malerei stehen wie man mag, aber das Museum ist wirklich zu empfehlen. Allein die Lage des Museums am Stadtrand von Stockbridge ist wunderschön. In einer großen Parkanlage befindet sich das Hauptgebäude mit der Bildergalerie. Man kann auch sein Studio besichtigen und auf der Terrasse des Cafe´s die schöne Anlage bewundern.

Von hier sind es noch eine knappe Stunde bis zu unserem heutigen Etappenziel, der Stadt Springfield. Die Sonne scheint mittlerweile wieder von einem blauen Himmel und auf dieser Fahrt durch eine sanft hügelige Landschaft zeigt sich wieder die volle Pracht des Indian Summer. Unser Hotel, das Residence Inn by Marriott West Springfield, liegt am Stadtrand gleich nach der Abfahrt von der Interstate, aber trotzdem sehr ruhig am Rande eines kleinen Wäldchens. Unsere Apartments sind wunderschön, eigentlich eine kleine Wohnung. Zuerst aber muss erst aber muss es ein Willkommens-Bier an der Hotelbar sein.

The Marriott Springfield

Unser Hotel-Zimmer

Nach dem Frischmachen spazieren wir die Strasse entlang in Richtung Zentrum. Hier findet man jede Menge Lokale und Geschäfte. In einen Western-Shop gehen wir hinein und schauen uns um. Hier gibt es alles, was das Herz des Western-Fans begehrt. Wunderschöne Cowboy-Stiefel oder ein Original Stetson wären ein schönes Mitbringsel, aber da die Preise auch schön sind, verzichte ich darauf. Gleich ein Stück weiter ist Cal´s Wood-Fired Grill & Wine Bar.

Obwohl wir nicht reserviert haben, bekommen wir sofort einen Tisch. Als Vorspeise muss es heute ein klassischer Caesar Salad sein. Als Hauptgericht wählen wir alle Meeresfrüchte Spaghetti. Nach einem Bier zur Vorspeise trinken wir zum Hauptgang einen leichten kalifornischen Chardonnay. Den Abschluss bildet ein fantastischer warmer Apfelstrudel mit Vanille-Sauce und Vanille-Eiscreme. Das ganze Essen war einfach köstlich. Wirklich ein Lokal, dass man weiterempfehlen kann.

Der heutige Tag wird uns wieder an die Küste führen bis nach Newport in Rhode Island. Das Wetter ist weiter unbeständig, aber wenigstens regnet es nicht. Unser erstes Ziel am heutigen Tag ist das „Old Sturbridge Village“, ein Freilicht-Museum der besonderen Art. Hier ist alles, was man besichtigen kann bewohnt. Die Angestellten des Museums betreiben die einzelnen Stationen in den Original-Kleidern der damaligen Zeit, sie bearbeiten die Farm, der Schmied zeigt, wie man zur Zeit der Siedler gearbeitet hat usw. Wir sind sehr gespannt.

Von Springfield nach Sturbridge sind es knapp 55 km. Wir nehmen die SR 20 um die schöne Landschaft hier zu genießen. Gott sei Dank kommt immer wieder die Sonne hervor und so kann man den Reiz dieser Gegend noch besser bewundern. Nach einer gemütlichen Fahrt kommen wir beim Village an. Wir parken auf dem riesigen Parkplatz und gehen zum Hauptgebäude. Hier bekommt man Karten und Infomaterial. Dann geht´s los. Die Wege sind gut beschildert und wir gehen zum Dorf. Rund um einen großen Platz sind verschiedenste Gebäude. Die Kirche, eine Bank, ein Versammlungshaus, das Anwaltsbüro uvm.

Old Stirbidge Village

Der Schmied bei der Arbeit

Der Weg führt am Dorf vorbei und man kommt dann zur Farm. Im Haus zeigen kostümierte Angestellte, wie der Tagesablauf in so einem Haus vor sich ging. In der Küche wird gekocht, man kann die Zimmer besichtigen, den Gemüsegarten. In den Wirtschaftsgebäuden erklärt uns ein Mann die Arbeitsgeräte der damaligen Zeit.

Langsam schlendern wir so am Schmied, am Töpfer, an einem Sägewerk vorbei. Überall wird das alte Handwerk gezeigt. Es ist wirklich schön, das Leben in der damaligen Zeit auf diese Art kenne zu lernen. Alle Stationen aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, aber es zahlt sich auf jeden Fall aus, das Old Sturbridge Village zu besuchen. Man sieht hier wirklich ein Stück amerikanische Geschichte.

Old Sturbridge Village

Der Gemischtwaren Laden

Wir haben uns fast den ganzen Vormittag Zeit genommen, aber nun geht es weiter zu unserem nächsten Ziel, dem Meerwasser Aquarium in Mystic.  Man fährt knapp 1 1/2 Stunden bis an die Küste. Die Fahrt dahin führt durch eine entzückende Landschaft, natürlich geprägt vom Indian Summer. Das Aquarium liegt etwas außerhalb von Mystic. Das Besondere an dieser Sehenswürdigkeit ist, dass es neben den üblichen großen Aquarien mit unzähligen Fischen, einen sehr großen Außenbereich hat. Hier kann man Meeresbewohner beobachten, die man sonst nur selten zu sehen bekommt.

Wo hat man sonst wohl die Möglichkeit einen weißen Beluga-Wal zu sehen oder eine Vielzahl an Seelöwen, Pinguinen und Haien. Ein besonderes Augenmerk wird hier auch auf die Forschung und der Erhaltung von bedrohten Arten gelegt. Wir schlendern durch die große Anlage und bewundern diese wunderschönen Tiere.

Nach diesem Besuch steuern wir unser heutiges Tagesziel an, Newport im Bundesstaat Rhode Island. Wir wählen für diese Strecke die Küstenstrasse, die US Route 1. Die 75 km sind wirklich wunderschön zu fahren, immer wieder kommen wir an die Küste. Newport selbst liegt auf einer Insel, die mit einer tollen Brücke mit dem Festland verbunden ist. In einem großen Bogen spannt sich die Brücke über das Meer. Wirklich beeindruckend. Unser Hotel, das Marriott Newport ist direkt am Hafen, am Rande der Altstadt.

Newport Mass.

Die Brücke nach Newport

Check-In, frisch machen im Zimmer und dann hinein in die Stadt zum Bummeln. Newport ist eine wunderschöne Stadt, im typischen New-England-Stil. Sehr viele Häuser sind aus Holz errichtet, die Farben Weiß und Blau dominieren. Nicht umsonst haben sich hier in der Gegend die Superreichen der „Gilded Age“, des vergoldeten Zeitalters hier ihre Landsitze gebaut. Aber diese werden wir morgen besichtigen.

Heute geht es nun zum Abendessen in ein Super-Lokal direkt am Meer, in das „The Mooring“. Ich kenne das Lokal von früheren Reisen und es ist immer ein Highlight hier zu essen. Außerdem ist es von unserem Hotel aus zu Fuß erreichbar.  Gewiss nicht ganz billig, aber dafür wirklich hervorragend. Vor allem die Auswahl an Weinen ist beachtlich. Da unsere Reise schön langsam dem Ende zugeht, muss es heute noch einmal ein Lobster sein. Dazu trinken wir einen Sauvignon Blanc von Kendall-Jackson aus Kalifornien. Man muss ja schauen, wie der zu einem steirischen Sauvignon abschneidet. Als Nachspeise gibt es Creme Brulee.

The Mooring

Eine Köstlichkeit aus dem Meer

Nach dem Essen setzen wir uns noch in auf einen Drink in die Hotelbar und dann ab ins Zimmer. Morgen geht es nach Cape Cod.

Nach einer angenehmen Nacht mit dem Geruch des Meeres frühstücken wir im Hotel und machen uns dann auf zu den Newport Mansions. Das sind Herrenhäuser, die sich hier die Superreichen vergangener Tage errichtet haben. Sie alle liegen am sogenannten Cliff-Walk etwas außerhalb von Newport. Traumhafte Anwesen, wie das Marble House oder das Chateau-sur-Mer. Alles traumhafte Anwesen, aber eines davon sicht besonders hervor und das werden wir auch besichtigen. Es ist das „The Breakers“ von den Vanderbuilts.

Die Vanderbuilts schufen ihr Vermögen mit Dampfschiffen und der New York Central Railroad. Cornelius Vanderbuilot (183-1899) kaufte ein Holzhaus namens Breakers hier in Newport. 1892 brannte es ab und Vanderbuilt beauftragte Richard Morris Hunt einen Palast zu erbauen. Er holte Handwerker aus allen Ländern, vor allem aus Italien, die die Fertigkeiten besaßen, um einne Palazzo im italienischen renaissance-Stil zu erbauen. 1895 war es fertig und die Vanderbuilts zogen ein. Bis 1972 war es im Besitz der Vanderbuilts, heute gehört es der Preservation Society und ist ein nationales historisches Wahrzeichen ausgewiesen.

Newport Mass.

Das imposante „The Breakers“

Wir haben uns die Karten schon vorab gekauft und kommen gerade rechtzeitig zu unserer Führung. Das Haus ist wahrlich beeindruckend. Nichts, was damals gut und teuer war, fehlt hier. Jedes Zimmer ist mit unheimlichem Prunk ausgestattet. Alle Details zu beschreiben ist müßig, aber es ist schon beeindruckend, was hier geschaffen wurde, obwohl, hier zu leben hatte nicht nur seine Vorteile. Dies war sicher auch der Grund, warum spätere Generationen der Vanderbuilts lieber wo anders residierten und später auch das Haus verkauften.

Newport Mass.

Auch nicht schlecht als Zweitwohnsitz

Nach der Besichtigung fahren wir weiter die durch diese wunderschöne Gegend. Viele Seen, Flüsse und Meeresarme prägen diese Region im Süden der New England Staaten. In Hyannis, dass schon auf der Halbinsel Cape Cod ist, halten wir bei unserem Hotel, dem Fairfield Inn & Suites und checken schnell ein. Nach einer kurzen Zeit fahren wir nach Princetown, ganz am Ende von Cape Cod. Die Halbinsel ist bekannt für seine unberührten Strände und den charakteristischen Dörfern. Viele sind noch immer geprägt vom Fischfang, aber der Tourismus spielt mittlerweile eine große Rolle. Viele New Yorker nutzen die relative Nähe für kurze Urlaube und auf den beiden Inseln Nantucket und Martha´s Vineyard haben sich viele betuchte Menschen niedergelassen. Die Kennedy´s hatten hier einen Landsitz und auch Barack Obama kam immer wieder auf die Insel.

Cape Cod

Der Leuchtturm in Princetown

Wir halten in Princetown und machen einen großen Spaziergang durch die Dünenlandschaft bis zum Race Point Lighthouse. Es ist traumhaft schön hier, so unberührt und wild. Man wird vom rauen Wind so richtig durchgeblasen. Wir gehen zurück und in Princetown auf einen Kaffee. Dann geht´s zurück zum Hotel und zum Abendessen. Wir haben im Hafen im Harbourview Restaurant einen Tisch bestellt. Da es heute unser letzter Abend ist und wir diesen gebührlich feiern möchten, fahren wir mit dem Taxi zum Lokal. Zum Abschluss der Reise wollen wir es noch einmal ordentlich krachen lassen.

Hyannis

Der Hafen von Hyannis

Als Vorspeise bestellen wir Austern aus der Gegend, die mit einer süßen Chilisauce serviert werden. Dazu gibt es einen Soave aus dem Veneto. Die Hauptspeise muss noch einmal ein gutes Steak sein. Perfekt gegrillt mit einer feinen Weinsauce, Spargel und gestampfte Kartoffel. Der Wein kommt aus Kalifornien, ein Cabernet Sauvignon vom Weingut Justin. Den Abschluss bildet ein Käsekuchen mit Schlag und Himbeeren. Alles zusammen war ein Traum. Zurück gehen wir die knapp 3 k Kilometer, nach diesem ausgiebigen Mahl tut das gut.

Heute ist unser letzter Tag, es geht zurück nach Boston und dann wieder nach Hause. Da unser Flugzeug erst am späten Nachmittag geht, können wir auf der Fahrt nach Boston noch einen Stopp einlegen und zwar in Plymouth, der ersten von den Pilgervätern gegründeten Siedlung in ihrer neuen Heimat.

Wir fahren recht früh los, damit wir auch genügend Zeit haben, diesen geschichtsträchtigen Ort zu besuchen. Einerseits ist es die Plimoth Plantation und andererseits kann man einen Nachbau der Mayflower besichtigen, das Schiff mit dem die Auswanderer hierher in ihre neue Heimat segelten. Wir fahren die Küste entlang um noch einmal diese schöne Landschaft zu genießen. In Plymouth angelangt, einer entzückenden Kleinstadt am Atlantik fahren wir gleich zum Hafen und suchen uns einen Parkplatz. Zuerst gehen wir einen Kaffee trinken und dann starten wir unsere Besichtigungstour. Der erste Halt ist der Plymouth Rock, ein eingezäunter Felsen. Hier soll der erste der Siedler amerikanischen Boden berührt haben. Eine schöne Geschichte und den Amerikanern heilig, ist er doch ein eingetragenes historische Denkmal.

Mayflower

Die „geräumige“ Kapitänskajüte

Ein kurzer Weg zum Hafen und wir stehen vor der Mayflower 2, einem dem Original nachgebautem 1:1 Modell.  Mit so einem Schiff kamen 1620 die ersten der sogenannten Pilgerväter in die Neue Welt. Wir gehen an Bord uns kommen aus dem Staunen nicht heraus. Ist das Schiff schon von außen nicht sehr groß, wird es an Bord so richtig eng. Man kann sich nicht vorstellen, dass auf so einer Nussschale so viele Menschen die Fahrt über den Atlantik antraten. Wer von diversen Filmen Vorstellungen hat, wie es auf so einem Schiff aussieht, kann diese getrost vergessen. Die Kapitänskajüte ist nicht mehr als ein Verschlag und die Kombüse ist ein gemauerter Ofen und das war es.

Wir durchstöbern jeden Winkel des Schiffes und bewundern den Mut und die Entschlossenheit, aufgrund der religiösen Verfolgung in England, dieses Wagnis auf sich zu nehmen. Nur um hier in der Neuen Welt so leben zu können, wie es ihre Religion verlangt.

Die Besichtigung des Schiffs hat doch einige Zeit in Anspruch genommen und so verzichten wir auf das Plimoth Plantation. Es ist ein Freilicht-Museum, in dem man die Lebensweise der Siedler nachvollziehen kann. Wie in Old Sturbridge Village sind auch hier Angestellte in Originalkleidung vor Ort, um alles zu erklären.

Wir suchen uns ein Restaurant, um noch eine Mahlzeit zu uns zu nehmen, denn wie man weiß, ist die Verpflegung inn den Flugzeugen mittlerweile nicht mehr der gehobene Standard. Danach fahren wir die 70 km auf der Interstate bis zum Flughafen. Die Rückgabe des Mietwagens verläuft, wie in den USA, sehr schnell und der Bus bringt uns zu unserem Terminal. Mit Freude auf das heimkommen fliegen wir ab, denken aber voller Wehmut, aber auch Dankbarkeit an diese Traumreise zurück.

Boston

Abschied von unserem Begleiter

INFOS & TIPPS

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Ein paar Minuten zu Fuß vom Hotel ist die U-Bahn-Station Riverside. Mit der Linie D geht es direkt bis zur Station Copley.

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Direkt bei der Haltestelle Park Street Church ist der Boston Common Park, wo der Freedom Trail beginnt.

Lokale:

Boston Tea Party Ship & Museum

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