Eine Reise durch den Westen der USA ist eines der schönsten Abenteuer, die man sich vorstellen kann. Es ist eine Reise durch Landschaften, die fantastischer und beeindruckender nicht sein können. Extreme Gegensätze und unvergleichliche Schönheit, all dies wird Ihnen auf einer Fahrt durch diesen Teil der Vereinigten Staaten begegnen. Sei es mit dem Mietwagen, dem Motorrad oder dem Camper.

Beginnend in Las Vegas, NEVADA, führt uns dieses Abenteuer hinauf nach Springdale im Bundesstaat UTAH, zum Zion Nationalpark. Von hier geht es zum Bryce Canyon und weiter durch den Capitol Reef Nationalpark nach Hanksville, dem nördlichsten Punkt der Reise. Von hier führt die Route nach Süden ins Monument Valley und nach Kayenta in ARIZONAVon hier zu einem absoluten Höhepunkt, dem Grand Canyon. Von Tusayan aus erkunden wir diesen Nationalpark.

In Flagstaff begegnen wir erstmals der Historic Route 66. Wir fahren aber zunächst weiter in den Süden nach Sedona und Prescott. Von hier wieder in den Norden zur Route 66. Seligman, ein kleiner, aber für die Route sehr wichtiger Ort ist ein Etappenziel. Nun geht es immer der 66 entlang nach Oatman, einem der schönsten Orte entlang der Route 66. Unzählige Esel bevölkern diesen Ort.

In Laughlin, einer Glücksspieler-Stadt erreichen wir wieder Nevada. Aber nur für kurze Zeit, den in KALIFORNIEN geht es wieder auf die Route 66. Durch die Mojave Wüste führt uns die “Motherroad” nach Barstow und weiter zum Angeles National Forest. Von hier, auf über 2.500 m, sieht man dann tief im Tal den Endpunkt unserer Reise, die Riesen-Metropole Los Angeles. In Santa Monica am gleichnamigen Pier steht das berühmte Verkehrszeichen “End od Route 66”. Hier endet auch unsere Reise.

Begleiten Sie mich auf einer Reise durch 4 Bundesstaaten, wie Sie aufregender nicht sein kann. Sie werden ein Amerika kennen lernen, dass auch für mich (ich war schon einige Male in den USA) neu war. Voller Überraschungen und voller persönlicher Eindrücke.

 
 
 
 
 
 

 

BEGINNEN WIR DIE REISE!

CALIFORNIA

FLÜGE gibt es einige von Europa nach Las Vegas. Wir entschieden uns für die Lufthansa, die von Frankfurt direkt nach Las Vegas fliegt. Diese Variante ist angenehm, da der Abflug in Frankfurt am Vormittag erfolgt und man aufgrund der Zeitverschiebung schon am frühen Nachmittag in Las Vegas ist.

Die Flugzeit beträgt 11.30 und man sollte sich diese lange Zeit so angenehm wie möglich gestalten. Mein TIPP: Sichern Sie sich einen Fensterplatz, es ist schon ein Erlebnis, was man auf diesem Flug zu sehen bekommt. Die Flugroute führt hoch in den Norden nach Grönland und dann über die Hudson Bay und Kanada nach Vegas. Ich bin das erste Mal diese Route geflogen und war tief beeindruckt. Wir hatten Traumwetter und der Blick auf das von Eis und Schnee bedeckte Grönland war einfach atemberaubend. Dann später der Flug über Kanada, wo man den langsamen Übergang von Eis und Schnee in eine wilde und einsame Seenlandschaft sehen kann.

Grönland

Grönland von oben

Beeindruckend ist auch der Blick auf den riesigen Salt Lake und dann, bereits im Sinkflug auf Las Vegas sieht man die beeindruckend und wilde Landschaft, durch die wir fahren werden. Kurz vor der Landung kommt der beeindruckende Lake Mead, der durch den Aufstau des Colorado River entstanden ist, ins Blickfeld und dann sieht man schon mitten in der Wüste von Nevada die Skyline der Glücksspiel-Metropole Las Vegas. Trotz der vielen schönen Bilder ist man froh, wenn nach 11.30 das Flugzeug endlich landet.

Die EINREISE geht relativ rasch und dann fahren wir mit dem Shuttlebus zum nahe gelegenen Rental Car Center. Auch hier geht die Übernahme schnell und wie in Amerika üblich, sucht man sich dann in einer langen Reihe von Fahrzeugen, einen in der gebuchten Kategorie aus. Wir entschieden uns für einen SUV Toyota RAV4.

Willkommen in Las Vegas

Dann geht´s ab zum Strip. Schon von weiten sieht man das Mandalay Bay, eines der größten Casino-Hotels am Strip. Von nun an reiht sich ein bekanntes Hotel ans andere. Das Luxor, mit seiner markanten Pyramide, das Excalibur, das MGM, das New York New York, das Bellagio und das berühmte Caesars Palace, um nur einige zu nennen. Ein Hotel ist bizarrer und kitschiger als das andere. Am Strip selbst ist die Hölle los. Menschenmassen bewegen sich von einer Attraktion zur nächsten. Eine Hochbahn entlang des Las Vegas Boulevard, dem Strip, verbindet die meisten Hotels.

Unser HOTEL, das Mirage – deutlich erkennbar durch die riesigen Konterfei´s der 4 Beatles – ist eines der letzten der bekannten Hotels. Genau gegenüber ist das Venetian Resort. Wir fahren in das riesige Parkhaus und spazieren zum Hotel. Check-In geht schnell und dann auf ins Zimmer, um uns frisch zu machen. Plötzlich ist man dann mitten im Casino. Man kommt dem Spiel in Las Vegas nicht aus. Egal wohin man geht, überall blinkt es. Hunderte Spielautomaten, Roulette-Tische usw. laden zum Zocken ein. Für jemand, der noch nie in einem amerikanischen Casino war, ist das sicher ein Kulturschock. Hier ist nichts mit Etikette oder Stil, von der zerrissenen Short, den Badeschlapfen, an Pyjama erinnernde Kleidungsstücke, hier ist alles zu sehen. Es geht laut und hektisch zu und was verwundert, es darf überall geraucht werden.

Mirage

Unser Hotel, das Mirage

Mein Zimmer ist relativ hoch oben und ich habe einen tollen Blick auf den Strip. Das Mirage ist ein 4-Sterne-Hotel, aber das kann man mit einem europäischen Haus dieser Kategorie nicht vergleichen. Die Zimmer sind groß und nett, aber schon etwas abgewohnt. Dafür sind die Betten, wie fast überall in den USA hervorragend. Aber nun einmal auspacken und ab in die Dusche, umziehen und dann rein ins Geschehen.

Unser erster Bummel in Las Vegas geht den Strip entlang zum Caesars Palace. Dieses Hotel ist eines der berühmtesten. Hier sind alle Größen des Showbusiness aufgetreten, von Frank Sinatra, David Copperfield bis hin zu Cher und Elton John. Im Film „Hangover“ diente es als Filmkulisse. Im Hotel fahren wir zunächst mit einer gedrehten Rolltreppe in die obere Etage und schlendern weiter zur riesigen SHOPPING-MALL. Hier findet man alle Marken der Welt. Über dem Ganzen wölbt sich ein Himmel, der sich den jeweiligen Lichtverhältnissen von draußen anpasst. Da es nun schon Abend wird – für uns schon tiefe Nacht – spazieren wir durch einen wunderschönen Abendhimmel, immer auf der Suche nach einem Restaurant.

Caesars Palace

Shopping Mall im Caesar´s Palace

In einer italienischen Trattoria, nehmen wir unser Abendessen ein. Günstig ist etwas anderes, aber wir hatten einfach Hunger. Nach dem Essen schlendern wir zurück zum Hotel, den um 19.00 ist der erste „Vulkanausbruch“ vor dem Mirage. Diese Show findet allabendlich mehrmals statt. Ich habe den Vorteil, das Ganze von meinem Zimmer aus beobachten zu können. Die Show, viel Getöse, Feuer und viel Tamtam. Für uns aber ist es mittlerweile mehr als Zeit ins Bett zu gehen. Morgen geht es los.

 

Durch die Zeit-Verschiebung bin ich schon sehr früh wach, es ist noch tiefe Nacht. Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir, dass auch Las Vegas für kurze Zeit etwas zur Ruhe kommt. Auf dem Strip herrscht Leere. Ich nutze die Zeit, um mich auf den heutigen Tag vorzubereiten.

Tageskilometer: 133

Zur Einstimmung machen wir eine Fahrt zum HOOVER – DAMM und dann steht die Erkundung des ursprünglichen Las Vegas auf dem Programm, die Freemont Street. Wir stehen zeitig auf und machen uns bereit. Zunächst ist aber das Thema Frühstück aktuell. Hier in diesen Hotels gibt es keinen Frühstücksraum, es gibt verschiedene Lokale, wie Starbucks usw. Aber wir entscheiden uns dafür, irgendwo am Stadtrand in ein Subway zu gehen. Hier kann man sich wenigsten die Brötchen nach Wunsch belegen lassen, einen Kaffee? trinken und das zu annehmbaren Preisen.

Subway

Unser opulentes Frühstück im Subway

Nach dem opulenten Mahl geht es auf die Interstate 11 in Richtung Arizona. Nach einiger Zeit biegen wir auf die 172 und fahren die kurvige Strasse weiter bis sich plötzlich der Blick auf den Staudamm öffnet. Auf den ersten Blick wirkt er gar nicht so groß, da das Tal des Colorado hier sehr eng ist. Aber mit seiner Höhe von 220 m beeindruckt er schon sehr. Vor allem wenn man bedenkt, dass dieser Damm den Colorado River so aufstaut, dass der 190 km lange Lake Mead entstand. Kurz vor dem Staudamm ist eine Fahrzeug-Kontrolle, ist doch der Hoover-Damm eines der am besten bewachten Objekte in den USA, angeblich gibt es sogar eine Raketenabwehr für den Damm.

Hoover Damm

Der gewaltige Hoover Damm

Wir parken im Parkhaus und bezahlen 20,- USD. Mein TIPP: Fahren Sie über den Damm auf die gegenüberliegenden Parkplätze, die sind kostenlos. Wir spazieren über die Dammkrone. Genau in der Mitte verläuft die Grenze zwischen Nevada und Arizona. Gleichzeitig ist die Staatsgrenze auch Zeitzonen-Grenze. In Nevada ist Pacific Time (-8) und in Arizona Mountain Time (-7). Neben dem Hoover Damm beeindruckt auch die über den Colorado führende Callaghan-Tillman Memorial Bridge. Diese ist auch unser nächstes Ziel. Wir fahren zurück bis zum Parkplatz, von wo ein schöner Weg zur Brücke hinaufführt. Direkt bei der Brücke ist das Grenzzeichen von Nevada. Ein Fußweg neben der Fahrbahn führt über die Brücke. Von der Mitte aus hat man einen sensationellen Blick auf den Damm. Ein paar Fotos und zurück zum Auto.

Mead

Blick auf den Lake Mead

Auf unserem Rückweg nach Las Vegas halten wir noch am Aussichtspunkt zum LAKE MEAD. Kurz danach biegen wir in die Lakeshore Road ein und fahren zum See. Neben dem Visitor Center ist die Mautstelle. Die gesamte Lake Mead Nation Recreation Area ist gebührenpflichtig. Der Eintritt hier ist im AMERICA THE BEAUTIFUL – PASS inkludiert. Nach Las Vegas zurück fahren wir über Henderson, einem noblen Ort ca. 20 km vor Las Vegas. Tony Curtis lebte hier bis zu seinem Tod. In Henderson machen wir Mittagspause und genießen die warme Sonne im Gastgarten eines Starbucks.

Aber nun ist es geht es nach Downtown Las Vegas, dessen Zentrum die Freemont Street ist. Die Freemont Street war die einstige Hauptstraße von Las Vegas und als das Glücksspiel 1931 legalisiert wurde, entstanden hier die ersten Casinos. Das berühmteste davon ist das Golden Nugget. In den 60-er Jahren wurde der Las Vegas Boulevard gebaut und dort entstanden die heute bekannten Casino-Hotel. Das war der Untergang der Freemont Street.

Las Vegas

Downtown Las Vegas, die Freemont Street

In den 90-er Jahren beschloss man die Strasse wieder zu beleben und startete das Freemont Street Experience. Die Strasse wurde auf einer Länge von 450m mit einem gewaltigen Tonnendach überdeckt. Die Unterseite des Dachs bildet eine LED-Anzeigetafel, auf der in der Dunkelheit Shows vorgeführt werden. Auf einem Seil, das unter dem Dach geführt wird, kann man die ganze Freemont Street entlang segeln. Darüber strahlt ein wunderschöner blauer Himmel. Sehr beeindruckend. Mit diesen Infos sind wir dorthin gefahren. Parken in der Nähe ist kein Problem, es gibt genügend Parkplätze (kostenpflichtig, aber nicht überteuert.)

Dann stürzen wir uns ins wahrlich riesige Getümmel. Das Dach ist wirklich faszinierend und schön, aber ansonsten ist die Freemont komplett verrückt. Hier ist alles erlaubt, was sonst verboten ist. Hier kann man ohne Probleme öffentlich trinken, das wird hier ausreichend getan, der süßliche Duft von Marihuana steigt einem in die Nase. Es wird auch überall offen gedealt. Mitten auf der Strasse wird man von fast nackten Mädchen angesprochen, um mit ihnen zusammen ein Foto zu machen und natürlich ein Date auszumachen. Prostitution ist in Nevada strengsten verboten, aber nirgendwo habe ich so offen Werbung dafür gesehen. Auf dem Strip fahren Autos mit riesigen Reklameschildern mit Telefonnummern von Damen, die gerne ins Hotel kommen, herum.

Las Vegas

Auch das ist die Freemont Street

Sind die – vor allem amerikanischen – Touristen auf dem Strip schon sehr einfach gestrickt, hier ist es noch eine Stufe tiefer. Komplett Betrunkene oder Eingerauchte lungern herum, Bettler und Obdachlose bitten um Almosen und bei jedem Casino – und deren gibt es unzählige – wird man aufgefordert, hinein zu kommen und sein Glück zu versuchen. Wir verlassen die Freemont Street und spazieren den Las Vegas Boulevard, der hier nicht glitzert und glänzt, in Richtung Stratosphere Tower, dem heimlichen Wahrzeichen von Las Vegas. Unser Ziel ist der „Gold & Silver Pawn Shop“. Hier in diesem Pfandhaus wird die US-Serie „Pawn Stars“ gedreht. Auf Deutsch heißt die Serie „Die Drei vom Pfandhaus“ (ausgestrahlt auf ZDF-Historie). Sie ist auch Vorbild für die Horst Lichter Sendung „Bares für Rares“.

Hier auf dem Weg zum Pfandhaus sehen wir sie dann, die berühmten Wedding-Chapels. Berauschend sind sie alle nicht, zumindest die, die hier direkt an der Strasse sind. Das Pfandhaus ist auch eine mehr als bescheiden Hütte, zumindest von außen. Innen schaut es dann schon anders aus. Hier sieht man schon sehr interessante und auch schöne Dinge, die auch für mich von Reiz sind. So gibt es hier ein Foto vom berühmten Rat Pack vor dem Flamingo Casino mit den Original-Unterschriften von den Mitgliedern, die das wären: Frank Sinatra, Sammy Davis jr., Deam Martin, Peter Lawford und Joey Bishop. Gerahmt zu haben um 799,- USD oder Original-Eintrittskarten für alle drei Tage zum legendären Woodstock-Konzert 1969 mit einem handsignierten Foto von Jimmy Hendrix um 299,- USD. Viel Kitsch, aber auch wirklich wunderschöne Objekte kann man hier kaufen, von günstig bis wirklich teuer.

Las Vegas

Eine Rarität Schmankerl im Gold & Silver Pawn Shop

Uns hat mittlerweile der Jetlag daran erinnert, dass es Zeit wäre, schlafen zu gehen, obwohl es erst 16.00 ist. Wir beschließen, in unser Hotel zu fahren. Für diese Nacht haben wir uns ins RIO-all-Suites Hotel eingebucht, einem Suiten – Hotel gleich in der Nähe von Siegfried & Roy´s Secret Garden. Wir parken, diesmal kostenlos, im Parkhaus und im Hotel müssen wir uns erst durch zahlreiche Slot-Machines und Roulette – Tischen zur Rezeption durchfragen. Die Zimmer sind wirklich top. Sehr große und gut ausgestattete Suiten mit bodenlangen Fenstern. Die Aussicht ist super.

Rasch frisch machen und dann fahren wir zum The Orleans Hotel. Das Hotel liegt nicht weit von unserem Hotel. Die Gegend ist zwar nicht Beste, aber für einsame Herzen ist in der Gegend reichlich vorgesorgt. Der Grund, dass wir in dieses Hotel fahren ist der, dass es hier einen TGI Friday’s gibt. Das ist ein gutes und vor allem auch preislich günstiges Restaurant, wo man sogar auf echtem Geschirr und mit richtigem Besteck essen kann. Das Steak ist wirklich okay und die Nachspeise, eine „Browne Obsession“ ist hervorragend.

Las vegas

Blick vom Hotel aufs nächtliche Las Vegas

Nach diesem wirklich guten Abendessen fahren wir zurück ins Hotel. Mittlerweile ist es dunkel und ein Gewitter ist aufgezogen. Der Blick auf dieses Geschehen vom Zimmer aus ist toll. Morgen verlassen wir Las Vegas und unsere Tour beginnt.

Mit dem heutigen Tag beginnt die Reise durch den Westen der USA. Unser heutiges Ziel ist Springdale, dem Tor zum Zion National Park. Es wird eine tolle Fahrt, den am Morgen hat sich das Gewitter verzogen und es schaut nach einem schönen Tag aus.

Tageskilometer: 320

Wir checken sehr früh aus und fahren aus Las Vegas hinaus. Unterwegs der übliche Stopp beim Subway. Unser erstes Ziel das Valley of Fire. Wir nehmen den Weg über den Lake Mead. Schön langsam ändert sich die Landschaft. Sie wird immer rauer, aber auch beeindruckender. Die Erde ist rot und die Vegetation ziemlich kahl. Die Strasse schlängelt sich durch bizarre Formationen.

Beim Eingang zum Valley of Fire

Nach knapp 100 km sind wir am Eingang zum Valley. Das Valley of Fire ist der älteste State-Park in Nevada. Schon am Beginn sieht man, wie atemberaubend und wunderschön dieses Tal ist. Wilde und schroffe Felsformation, durch Oxidation rot leuchtend. Wir fahren in das Tal hinein und zu unserem ersten Halt, dem Atlatl-Rock. Dieser ziemlich große Felsen ist eine der Hauptattraktionen des VOF. Über eine Metallleiter den Fels besteigen und die ca. 3000 Jahre alten Felszeichnungen der ersten Siedler des Tales bewundern, den Ananzai-Indianern. Man hat auch einen herrlichen Blick auf die Umgebung. Am Fuße des Felsen ist ein Campground.

Wir fahren die Strasse weiter und kommen zum Arch Rock, einer wunderschönen Naturbrücke, die Wind und Erosion geschaffen hat. Gleich neben dem Felsen ist ein weiterer Campingplatz. Die Strasse fährt noch ein Stück weiter durch diese ungewöhnliche Landschaft bis zum Windstone Arch. Bei diesem Felsen haben der Wind und die Erosion ein kleines Höhlensystem mit Säulen und Kavernen geschaffen. Man kann bequem durchspazieren, überall fällt das Sonnenlicht herein. Bei Visitor Center informieren wir uns noch ausführlich und dann geht´s hinaus ais dem VOF und weiter in Richtung Norden.

Der Arch Rock im VoF

Kurz danach kommen wir ins recht fruchtbare Tal des Muddy River. In Moapa Valley machen wir Halt und decken uns in einem Supermarkt mit dem Nötigsten ein. Wasser, Dr. Pepper, Obst, einiges zum Naschen und vor allem etwas zum Jausnen. Im Supermarkt bekommen wir auch einen Kaffee. Nach dieser Pause fahren wir bis Gendale und dort auf die Interstate 15. Hier geht es nun kilometerlang geradeaus. Bei Mesquite überfahren wir die Grenze zu Arizona. Nun steigt die Strasse immer mehr an und ab Littlefield schlängelt sich die der Highway durch eine wilde und wunderschöne Gebirgslandschaft. Hier überqueren wir auch die Grenze zum Bundesstaat Utah.

In Washington verlassen wir die Interstate. Obwohl man es kaum bemerkt, zeigt uns der Höhenmesser unseres Navi, dass wir mittlerweile schon auf 1000 m. Seehöhe sind. Bei einem Kaffee – Halt in Hurricane werden wir mit einer weiteren Eigenheit der amerikanischen Gastronomie vertraut gemacht. Wir halten bei einem Coffee-Shop und gehen voller Vorfreude hinein. Aber hier gibt´s alles, nur keinen Kaffee. Der Begriff Coffee- Shop bedeutet hier nur, dass es ein Lokal ist. Mehr nicht. Dafür bekommen wir auf den Parkplatz dieses Centers einen guten Espresso in einem „Standl“. Echte italienische Kaffeemaschine. Sehr gut.

Hier gibt´s keinen Cafe

Gleich nach Hurricane steigt die Strasse nun steil an und durch ein wunderschönes Tal nähern wir uns Springdale, unserem heutigen Ziel. Springdale ist ein entzückender Ort mit toller Infrastruktur. Links und rechts steigen die Felswände hoch hinauf. Viele Hotels and Lodges, Restaurants und Geschäfte. Verständlich, ist dieser Ort das Tor zum Zion Nationalpark, der gleich am Ende des Dorfes beginnt. Bevor wir in unserem Hotel einchecken, möchten wir uns noch das Visitor-Center ansehen, Will man in den Park und dann auch weiter, muss man Eintritt bezahlen. Da wir den Jahrespass haben, sind wir schnell durch die Kontrolle.

Der Eingang zum Zion NP in Springdale

Beim VISITOR CENTER ist ein Campground, ein großer Parkplatz, das Besucher-Gebäude und der Busbahnhof. Eine Linie führt nach Springdale und die andere in den Park. Der Zugang zum Park ist nur auf diese Weise möglich. Selbstverständlich kann man den Park auf zu Fuß erwandern. Wir werden uns morgen den Zion anschauen. Also fahren wir zu unserem Hotel, dem La Quinta Inn & Suites. Das Hotel ist absolut okay. Unter die Dusche, umziehen und dann in den Ort. Erkunden und dann ein gutes Restaurant suchen.

La Quinta Inn & Suites

Wie schon erwähnt ist Springdale ein Ort, der ganz auf die Besucher des Zion´s eingestellt ist. Auffallend sind die Sauberkeit und nette Atmosphäre des Ortes. Vieles erinnert an ein Bergdorf in den Alpen. Obwohl auch hier alles auf den Tourismus aufgebaut ist, ist es anders als in vielen amerikanischen Orten. Die Gastronomie ist wirklich vielfältig, vom Fast Food Lokal bis hin zu Top-Restaurant, gibt es alles. Die Geschäfte und Boutiquen sind nicht nur mit Ramsch vollgefüllt, es gibt auch wirklich schönes Kunsthandwerk. Wir bummeln die Hauptstraße entlang, es ist ein wunderschöner Abend.

Das Porter´s Smokehouse and Grill schaut nett aus und wir beschließen hier zu essen. Das Lokal ist urig und wir bekommen ein schönen Fensterplatz und unser Kellner, ein Italiener, ist eine Sensation. Freundlich, nett, gute Beratung. Wir bekommen auch einige Tipps von ihm. Seine Empfehlung, eine Grillplatte vom Holzkohlen-Rost, ist wirklich hervorragend. Die Nachspeise, ein warmes Schwarzbeer-Törtchen mit Vanille-Eis hätte sich eine Haube verdient. Die Preise sind dem Ort entsprechend angepasst. Noch ein kleiner Spaziergang und dann zurück ins Hotel. Morgen wartet der Zion auf uns und eine Fahrt zum Bryce Canyon.

Springdale in Utah. Klein aber nett

In der Nacht hat es wieder geregnet, aber jetzt am Morgen ist es klar und sonnig. Heute werden wir den Zion NP besuchen und anschließend über einen 3300 m hohen Pass zum Panguitch Lake fahren und von dort zum Bryce Canyon. Unser Endziel ist Tropic am Fuße des Bryce.

Tageskilometer: 210

In dieser ruhigen Gegend schläft man herrlich. Um 8.00 geht es zum Check-Out und zum Frühstück. Das ist leider typisch amerikanisch, d.h. es gibt Toast, Bagles, Butter, Creme-Cheese, Marmelade und Pancakes. Dazu etwas Joghurt und Kaffee – und sehr viel Plastik. Die Teller sind aus Plastik, ebenso das Besteck, usw. Dieses Land wird in Plastik ersticken. Nichts desto trotz frühstücken wir ordentlich und dann fahren wir zum Visitor Center. Wir besteigen den ersten freien Shuttle-Bus und ab geht es in den Park. Die erste Station ist ein Museum – das schenken wir uns aus Zeitgründen – und dann biegt der Bus in den Canyon. Die Landschaft ist umwerfend schön. Langsam zuckelt der Bus die Strasse hinein.

Der gewaltige Zion NP

Wir steigen bei der Station „Trailhead“ aus und wandern diesen einfachsten und kürzesten Wanderweg, dem „Weeping Rock Trail“, bis zum Weeping Rock entlang. Da hier im Frühling und im Frühsommer ständig Wasser heruntertropft, schaut es auch, wie wenn der Fels weinen würde. Bei der Haltestelle warten wir auf den nächsten Bus und fahren bis zum Ende des Canyons. Von hier aus spazieren wir den einfachen und wunderschönen Weg bis zum sogenannten „Temple of Shinawava“. Dieser Weg am Ende des Canyons ist wirklich beeindruckend. Links und rechts steigen die Felswände senkrecht hinauf. Immer wieder überqueren kleinere Herden von Rehen den Weg. Diese lassen sich absolut nicht stören, man hat Rücksicht zu nehmen. Selbst die Busse halten, wenn sie den Weg kreuzen.

Zion

Der Tempel von Shinawavaim Zion NP

Nach diesen beiden Wanderungen geht´s zurück zum Visitor Center und zum Auto. Die Strasse in Richtung Bryce, dem Mount Carmel Highway, führt von hier steil in Serpentinen den Berg hinauf. Immer wieder eröffnen sich fantastische Ausblicke zurück auf den Park. Der Zion NP wird nicht umsonst als einer der schönsten der USA angesehen. Die 17 km lange Strasse verbindet den Süd- mit dem Osteingang des Park´s. Das Kernstück ist der 1,6 km Mt. Carmel Tunnel. Campmobile und Busse dürfen den engen Tunnel nur gegen Bezahlung von $15,- durchfahren. Dafür wird der Verkehr angehalten, dann kann das Mobil den Tunnel hindurch.

Bei Mt. Carmel Junction, einem kleinen Ort auf bereits 1590 m Seehöhe, biegen wir in den Highway 89 ein und fahren ihn weiter den Berg hinauf bis zum Gravel Pass. Hier sind wir schon auf 2200 m Seehöhe. Wir biegen ab auf die SR 14. Immer weiter geht es hinauf, allerdings hat man überhaupt nicht das Gefühl, dass man so hoch ist. Wir nähern uns der 3000-er Marke, aber es sieht noch immer so aus, wie auf einer Alm bei uns. Kurz nach Duck Greek Village biegt die Strasse ab und nun geht es immer höher bis zum höchsten Punkt der Strasse auf 3500 m. Die Strasse ist schön ausgebaut und ein Traum für jeden Biker.

Kurz vor der Passhöhe.die liegt auf 3.500 m

Langsam geht es nun wieder bergab und nach einiger Zeit biegen wir in den Scenic Highway 143 ein und fahren bis zum Panguitch Lake. Dieser 5km2 große See ist sowohl im Sommer als auch im Winter ein Anziehungspunkt für viele Touristen. Er liegt auf einem wunderschönen Hoch-Plateau und hier kann man wirklich einen wunderschönen Urlaub verbringen. Die Straße führt weiter durch eine traumhafte Landschaft hinunter zur Stadt Panguitch. Wer möchte und wen die Geschichte des Wilden Westens interessiert, kann einen Abstecher zum knapp 25 km entfernten Geburtshaus von BUTCH CASSIDY machen. Wir aber nehmen die SR 89 und fahren weiter in Richtung Bryce Canyon. Nach 20 km sehen wir die Abzweigung in Richtung Canyon.

Von hier ab ändert sich die Landschaft total. War es bisher eine bewaldete Gegend, so kommen wir nun in eine Gegend, die von rotem Felsen geprägt ist. Die Straße führt hinauf zum Red Canyon. Der Gegensatz zwischen den roten Fels und den grünen Bäumen ist wunderschön. Die Felsformationen sind teils sehr bizarr. Nach einiger Zeit kommen wir zum berühmten Arch Rock, einem natürlichen Tunnel. Dieses Foto findet man in jedem Prospekt, wenn es um den Bryce Canyon geht. Natürlich darf hier ein ausgiebiger Fotostopp nicht fehlen.

Red Rock Canyon

Der berühmte Arch Rock am Weg zum Bryce Canyon

Nach dem Red Canyon geht es eine Weile gerade aus und dann sehen wir schon die Abzweigung zum Bryce Canyon. Am Parkeingang zeigen wir kurz unseren Pass und fahren bis zum ersten Aussichtspunkt, dem „Sunset Point“. Wir parken und gehen die paar Schritte bis zum Canyon. Dann sehen wir ihn. Einfach grandios. In einem hufeisenförmigen Abbruch liegt der Canyon vor uns. Es ist irgendwie unwirklich. Spitze Felssäulen und Türmchen bilden einzigartige Formationen. Auch hier haben Wind und Regen diese Landschaft geformt. Wie Orgelpfeifen ragen die einzelnen Türme in den Himmel. Es ist einfach wunderschön. Wir spazieren den Weg entlang. Immer wieder eröffnen sich neue Blickwinkel.

Der Bryce Canyon

Weitere Aussichtspunkte sind der „Inspiration Point“ und er „Bryce Point“. Von überall führen gut ausgeschilderte Wanderwege in den Canyon. Wir belassen es bei einer Besichtigung von oben, wobei eine Wanderung durch diese Felsgebilde sicher wunderschön sein muss. Wir fahren zurück zur Hauptstraße hinunter zu unserem heutigen Ziel. Tropic ist ein kleines Dorf mit gerade mal 500 Einwohnern am Fuß des Bryce. Man hat einen fantastischen Blick in den Canyon. Wir haben im Red Ledges Inn reserviert. Bei unserer Ankunft werden wir schon von April Kremidas, der Besitzerin, erwartet. April ist Griechin und lebte lange Zeit in Chicago, bevor sie der Liebe wegen hierher in die Wildnis zog. Diese Liebe merkt man auch am nur mit 2 Sternen ausgewiesenen Motel. Alles ist sauber und nett. Das viele Holz in den Zimmern strahlt Gemütlichkeit aus.

Red Ledges Inn in Tropic

Nach diesem wirklich heftigen Ritt über die Berge ist eine Dusche eine Wohltat. Zur Entspannung und zum Runterkommen machen wir einen kleinen Spaziergang durch den kleinen Ort. Viel gibt es nicht zu sehen, aber es tut gut, nach so einer Fahrt sich die Beine zu vertreten. Da uns April gesagt hat, dass wir als Gäste des Red Ledges Inn im „Rustler´s Restaurant“ eine Ermäßigung bekommen, gehen wir in das gleich nebenan liegende Lokal. Es ist ein uriges Lokal ganz im Stil des Westens. Als Vorspeise nehmen wir eine Caesars´ Salad und danach eine wunderbare Forelle mit Bratkartoffel und viel Gemüse. Als Nachtisch gibt es – Empfehlung des Hauses – einen Schoko-Kuchen mit warmen Schokokern und Vanilleeis. Einfach erste Sahne.

Nach diesem wirklich hervorragenden Essen kommt die Müdigkeit und wir verabschieden uns auf die Zimmer. Der morgige Tag ist etwas kürzer, aber sicher genauso schön wie der heutige. Von hier geht es nach Escalante und Torrey zum Capitol Reef National Park und zum Tagesziel nach Hanksville.

Auf unserer heutigen Etappe fahren wir zunächst durch eine der schönsten Landschaften des Westens bis nach Torrey und dann geht es in den Capitol Reef Nationalpark und dann zu unserem Tagesziel, nach Hanksville.

Tageskilometer: 181

Das Frühstück in dem Restaurant, wo wir zu Abend gegessen haben, ist wirklich gut. Eine große Auswahl und gut gekocht. Wir verabschieden uns von April und fahren los. Unser Weg führt uns zunächst nach Escalante. Wir fahren auf dem Scenic Byway 12 und genießen die wunderschöne Landschaft. Es geht wieder einmal hinauf auf 2200 m Seehöhe. Hier im Süden von Utah ist man weit weg von dem, was man üblicherweise von Amerika zu kennen glaubt. Hier sagen sich Fuchs und Hase Gute Nacht, wie man so schön sagt. Vom höchsten Punkt geht es wieder in die „Ebene“ auf 1800 m nach Escalante. Dieser Ort mit seinen knapp 800 Einwohnern ist für diese Region „relativ“ groß. Neben der üblichen Infrastruktur, wie Tankstelle, Post und Supermarkt, gibt es noch ein paar B&B`s und Lodges, denn der Ort ist Ausgangspunkt für Touren in das Grand Staircase Ecalante National Monument, einem wunderschönen Naturschutzgebiet mit zahlreichen Canyons.

Das Postamt von Escalante

Wir halten kurz für einen Kaffee. Auf den nächsten 100 km bis nach Torrey fahren wir durch eine der beeindruckendsten Landschaften dieser Tour. Die Straße windet sich immer höher hinauf, man blickt in tiefe Canyons und auf wild zerklüftete Felsformationen. In wilden Serpentinen geht es hinauf und wieder hinunter. Wenn man glaubt, man ist endlich wieder in der Ebene, geht es auch schon wieder hinauf. Der einzige Ort auf dieser Strecken nach Torrey ist Boulder. Das einzige mehr oder minder bedeutende des Ortes (200 EW) ist das ANASAZI STATE PARK MUSEUM. Wir halten kurz beim Besucherzentrum. Im Museum sieht man Artefakte aus der Zeit um 1200 n. Chr., als hier ein Dorf der Anasazi war. Wir sehen uns auch die rekonstruierten Ruinen eines Dorfes an.

Auf dem Weg nach Torrey

Nach diesem „kulturellen“ Stopp geht den Scenic Byway 12 weiter in Richtung Torrey. Nun wird die Landschaft wirklich einsam. Nach Boulder steigt die Strasse steil bergan und man erreicht den Pass auf knapp 2900 m. Die Aussicht ist traumhaft schön, man blickt weit in dieses herrliche Land. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Wenn ein Dinosaurier plötzlich auftauchen würde, wäre man sicher nicht allzu verwundert. Als wir nach Torrey mit seinen 182 EW kommen, kommen wir uns wie zurück in der Zivilisation vor. 

Torrey liegt an der Kreuzung von unserem Scenic Byway 12 und der State Road 24 und ist auch nicht mehr als eine Anhäufung von ein paar Häusern, einer Kirche. An der Kreuzung ist das Days Inn Torrey Capital Reef, ein relativ grosses Hotel, eine Tankstelle, ein Shop und ein Steakhouse. Der Ort ist einen Kilometer in Richtung Westen und ist, gelinde gesagt, trostlos. Wenigstens gibt es im Steakhouse auch einen Kaffee und einen guten Kuchen. Nach dem Stopp geht es in Richtung Osten zum Capitol Reef National Park.

Der Chimney Rock im Capitol Reef NP

Der Capitol Reef NP hat bekam seinen Namen von einem Gebiet in der Nähe des Freemont River, das die ersten Pioniere an ein Riff erinnerte. Durch die Anhebung des Colorado-Plateaus und der Erosion entstand diese Falte. An den Felswänden kann man die einzelnen geologischen Schichten gut erkennen. Kurz bevor man zum National Park kommt gibt es den Wegweiser zum Gooseneck`s Overlook. Von der SR 24 sind es nur ein kurzer Weg über eine Schotterstraße zum Parkplatz. In ein paar Minuten erreicht man dann zu Fuß den Aussichtspunkt. Man blickt in eine tiefe Schlucht und sieht, wie sich der Sulphur Creek hier wie ein gebogener Gänsehals in den Felsen gegraben hat.

Goosenecks Overview

Tief unten windet sich der Fluss durch diese imposante Schlucht, noch imposanter ist, dass es fast keine Absperrungen gibt und man dadurch ganz bis zum Rand der Schlucht gehen kann. Auch nicht jedermanns Sache. Nach ein paar Bildern gehen wir zurück zu Auto und fahren wieder auf die Hauptstraße durch den Capitol Reef NP. Durch bizarre Felsformationen führt die SR 24 durch den Park. Der Capitol Reef ist ein Park, den man ohne größeren Halt durchqueren kann. Hin und wieder ein Fotostopp. Am Ende des Parks kommt man nach Fruita, einem verlassenen Ort. Der Ort wurde von den Mormonen 1870 gegründet und die nie mehr als 10 Familien lebten vom Obstbau in diesem recht fruchtbaren Tal. Hier mündet der Sulphur Creek in den Freemont River.

Ab Fruita ändert sich die Landschaft total. Waren rote und schroffe Felsformationen im Capitol Reef NP vorherrschend, fährt man nun durch eine graue Mondlandschaft, die durch sanfte Hügel und Kuppen bestimmt wird. In vielen Kurven schlängelt sich die Strasse zwischen den Formationen durch. Bei Caineville, nicht mehr als eine Farm und ein Motel, kommt man wieder ins, zum Teil recht fruchtbare, Tal des Freemont River. Immer öfter sieht man auf den Hügel die Spuren von Offroad-Fahren. Viele begeisterte Offroader kommen hierher, um mit Motorrädern oder Buggy´s durch diese Landschaft zu brettern.  Kurz vor Hanksville gibt es eine Abzweigung zur  MARS DESERT RESEARCH STATION, einem Projekt, das ein Leben auf dem Mars simulieren soll.

Mondlandschaft vor Hanksville

Da der Zutritt verboten ist, fahren wir die wenigen Kilometer weiter und erreichen dann Hanksville, unserem heutigen Ziel. 1882 gegründet, war es einmal eine Versorgungsstation von Butch Cassidy. Nach den 2. Weltkrieg wurde hier nach Uran geschürft, was aber nur kurz währte. Heute lebt Hanskville mit seinen 220 Einwohnern vom Tourismus. Es gibt ein paar Motels, Shops, Lokale und Tankstellen. Unser Motel ist das Whispering Sands. Es liegt am Ortsrand und ist vollkommen in Ordnung. Schneller Check-In und frisch machen und ab in die „City“ zum Abendessen. Da „Duke´s Slickrock Grill“ geschlossen hat, gehen wir zu „Stan´s Burger Shack“.

Dieses Lokal ist nur ein kurzer Spaziergang vom Motel entfernt und hat den Charme einer Bahnhofs-Restauration. Man bestellt an der Theke einen Burger – was sonst – und wird aufgerufen, wenn die er fertig ist. Da das ganze Dorf hierher Abendessen kommt, dauert es eine Zeit, aber das Warten lohnt sich. Ich habe hier sicher den besten Burger gegessen, den ich je in Amerika serviert bekommen habe. Hier ist alles selbst gemacht, ich denke sogar das Brötchen. Auch die dazugehörigen Pommes sind sensationell. Alles rundum köstlich, abgesehen vom Ambiente und den vielen, vielen Plastik. Aber das ist nun mal Amerika.

Der beste Burger in Amerika

Nach dem Essen kaufen wir im dazugehörigen Supermarkt noch ein paar Dinge ein und dann geht´s zurück zum Motel, um etwas Warmes zum Anziehen zu holen. Wir machen einen Spaziergang in die Wüste. Wir gehen, mit einer Taschenlampe ausgestattet, in die Dämmerung hinein. Allzu weit gehen wir nicht, wir suchen nur einen Platz, wo wir auf die Nacht warten. Je dunkler es wird, desto beeindruckender wird der Sternenhimmel.  Da es hier weit und breit kein Ablicht gibt, sehen wir einen Sternenhimmel, wie man ihn bei uns schon lange nicht mehr sieht. Wir sind sozusagen mitten in der Milchstraße. Man kann sich einfach nicht satt sehen an diesem Himmel. Man sieht wirklich unsere Milchstraße und ferne Galaxien. Es ist einfach unbeschreiblich schön. Wortlos sitzen wir hier und staunen.

Der absolute Wahnsinn

Gut eine Stunde genießen wir das Schauspiel und spazieren dann zurück zum Motel. Morgen geht es südwärts zum Monument Valley bis nach Kayenta.

In dieser absoluten Abgeschiedenheit, in der Hanksville liegt, schläft es sich hervorragend. Außer den Geräuschen der Wüste hört man sonst nichts. Ich stehe schon sehr früh auf um den Sonnenaufgang zu erleben. Von meiner Terrasse aus sehe ich die Sonne hinter den Bergen des Colorado-Plateau aufgehen. Mit diesem wunderschönen Bild stimme ich mich auf den heutigen Tag ein.

Von Hanksville, unserem nördlichsten Punkt der Reise, fahren wir in den Süden bis zum Natural Bridges Monument. Von dort geht es zum Moki Dugway, einem der wildesten Strassen-Abschnitte auf unserer Tour. Die Straße überwindet hier eine rund 335 Meter hohe Steilwand auf einer Strecke von 4,8 Kilometern. Unten angekommen führt uns der Weg bis zum Mexican Hat, einem berühmten Wahrzeichen auf dem Weg zum Monument Valley. Dann geht es rein in dieses berühmte Monument Valley und bis zu unserem heutigen Ziel, dem Ort Kayenta.

Tageskilometer: 290

Unser Frühstück nehmen wir bei Stan ein, versorgen uns noch mit ein paar Dingen im Supermarkt und dann starten wir nach Süden. Die erste Zeit geht es ziemlich gerade dahin, aber am Horizont sehen wir schon die Berge, durch deren Schluchten wir müssen. Wir sind mutterseelenallein auf der Strasse, ganz selten begegnet uns ein anderes Fahrzeug. Dazu kommt noch, dass es hier absolut keinen Handy-Empfang gibt. Irgendwie ein komisches Gefühl. Hier eine Panne ist sicher nicht lustig, zumindest würde es sicher lange dauern, bis Hilfe kommt.

Morgen in Nowhere

Immer tiefer geht es in diese wilde und stark zerklüftete Felslandschaft hinein. Links und rechts geht es steil hinauf, nach jeder Kurve öffnen sich neue, tolle Ausblicke. Wir verlieren auch immer mehr an Höhe, wir nähern uns nach langer Zeit wieder der 1000 m Grenze. Nach einer langgezogenen Kurve sehen wir dann die berühmte Hite Crossing Bridge. Dieses Bild mit der Strasse, die durch die Felsen führt und dann über den Colorado, sieht man in fast jedem USA – Prospekt. Bei der Brücke bleiben wir stehen und genießen diesesnwunderschöne Ausblick. Der Colorado ist hier ein kleiner Fluss, man kann sich kaum vorstellen, dass dieses Flüsschen, etwas weiter den gigantischen Grand Canyon geformt hat.

Hite ist auf der Karte auch als ort eingezeichnet, aber von den sieht man nichts. Einzig ein kleines Flugfeld gibt es hier. Wahrscheinlich für die Camper, die die beiden Campingplätze hier besuchen. Auf der anderen Seite des Flusses steigt die Strasse wieder bergan und wir gewinnen wieder an Höhe. Hier wird das Tal breiter und man sieht auch immer wieder Kuhherden auf den kargen Wiesen. Wer die hier versorgt kann man nur erahnen, den Ortschaften gibt es hier absolut keine. Fry Canyon wäre so eine Siedlung, aber hier ist auch nicht mehr als eine verlassene Hütte.

Vor uns der Colorado River

Nach einiger Zeit kommen wir dann zur Abzweigung zum Natural Bridges Monument. Nach ein paar Kilometern kommt man zum Besucher – Zentrum. Von hier führt ein 14 km langer Loop zu den 3 natürlichen Steinbrücken. Auch Reste einer Anasazi-Siedlung sieht man, wenn man hier eine Wanderung macht. Wir belassen es bei einer Sightseeing-Tour mit dem Auto – typisch amerikanisch – und fahren zurück zur SR 95, auf der wir seit Hanksville unterwegs sind.

Ein paar Kilometer weiter kommen wir zur Abzweigung zum Moki Dugway. Zunächst führt die Strasse auf einem grünen Hochplateau ziemlich eben dahin. So nebenbei, wir sind wieder auf 2000 m Seehöhe. Dann ist man plötzlich vor einem wilden und steilen Abhang. Hier fällt der Berg fast senkrecht ab und in diese Felswand hat man eine Strasse hineingesprengt. Bevor es hinuntergeht wird man eindringlich bezüglich Steilheit und Enge der Strasse mittels Schilde gewarnt. Dazu kommt noch, dass es mit dem Asphalt auch vorbei ist. Vom Abbruchrand hat man einen fantastischen Ausblick auf das Tal unten, in der Ferne kann man schon das Monument Valley erkennen.

Der Moki Dugway, etwas für Mutige

Wir stürzen uns todesmutig in die Abfahrt.  In ganz engen Serpentinen windet sich die Strasse hinunter. An Leitplanken oder ähnlichem hat man gespart. Schon ein bisschen heftig. Aber wenn man schön langsam fährt und aufpasst ist es kein Problem. Im Gegenteil, es ist ein wirklich tolles Erlebnis, mitten in einer Felswand den Berg hinunter zu fahren. Nach knapp 5 km ist man unten angelangt. Der Blick zurück ist auch nicht schlecht. Jetzt geht es einmal relativ gerade weiter bis man zur SR 163 kommt, der Strasse die durch das Monument Valley führt.

Von der Kreuzung sind es nur ein paar Kilometer bis zum Mexican Hat, einer der Attraktionen dieser Region. Dieser alleinstehende Felsen wurde von Wind und Erosion so geformt, dass er die Form eines Hutes hat. Mehr als ein kurzer Fotostopp ist es aber nicht. Nach diesem Halt überqueren wir den San Juan River und es geht hinein in das berühmte Monument Valley. Eine der ersten Attraktionen ist der Forrest Gump Hill. Das ist der Punkt an dem Tom Hanks im Film Forrest Gump, seinen Lauf beendete mit den Worten „ich glaube, ich gehe nun nach Hause“.

Für uns gab es ein Stück weiter aber ein viel schöneres Erlebnis. Das Wetter war etwas nebelig und man sah keine Sonne. Vor uns auf einem Hügel stand ein riesiger Felsen – für das Monument Valley typisch – und der Nebel staute sich daran. Als wir auf die andere Seite kamen, schien die Sonne und der Nebel rann wie ein Wasserfall diesen Felsen hinunter. Einfach unbeschreiblich, so etwas habe ich noch nie gesehen.

Monument Valley

Fantastisch und wunderschön

Von hier geht es den Hügel hinunter und immer tiefer in Valley, bis nach Oljato, Das ist der einzige Ort im Monument Valley, es ist eine Siedlung der Navajo Indianer. Das Monument Valley ist Teil der NAVAJO NATION RESERVATION.  In Oljato biegen wir nach rechts ab und fahren die 6 km bis zum Visitor-Center. Die Eintrittsgebühr von 20 USD ist nicht im Nationalpark-Pass enthalten. Man kann von hier aus auch auf eigene Faust das Valley erkunden, oder eine geführte Tour mit einem indianischen Guide. Diese Variante, übrigens nicht ganz billig (70,- USD) ist für den interessant, der nicht auf eigene Faust und gut betreut, das Valley kennen lernen will.

Wir begeben uns auf den 27 km langen Scenic Drive durch das MONUMENT VALLEY. Gleich nach dem Parkplatz biegt diese Strasse mit der Nummer 42, ab und in 2 Serpentinen geht es hinauf. Oben angekommen hat man dern ersten tollen Ausblick auf das Tal. Schon beeindruckend. Bei der ersten Abzweigung fahren wir bis zu den charakteristischen Felsen, den West Mitten Butte, den Mittens and Merrick Butte und den Merrick Butte. Die Strasse führt durch die beiden letzten vorbei und man kann sie von vorne und von hinten bestaunen.  Langsam kommt richtiges Wildwest-Feeling auf. Zurück zur Loop und weiter durch das Tal. Es ist wie man es sich vorgestellt hat, aber die Realität ist doch wesentlich imposanter. Bei der großen Kreuzung, wo man in 5 Richtungen abbiegen kann, fahren wir zunächst zum John Ford Point. Hier wurden viele Szenen von bekannten John Wayne – Western gedreht, natürlich unter der Regie von JOHN FORD. Man erwartet eigentlich, dass jeden Moment John Wayne daher reitet, stattdessen aber posiert ein Navajo auf einem Pferd als Fotomotiv. Von hier hat man auch einen guten Blick auf die Three Sistsers.

Monument Valley

Blick ins Monument Valley

Zurück zur Kreuzung fahren wir entlang des Camel Butte und dem The Thomb, bis zum Artist´s Point. Von hier hat man einen tollen Ausblick auf einige dieser typischen Felsformationen. Immer tiefer fahren wir ins Tal hinein zum nächsten Punkt, dem Cube und weiter zum Aussichtspunkt, von wo aus man den Totem Pole und den Yei Bi Chei sehen kann. Diese beiden Formationen kann man nur bei einer geführten Tour aus der Nähe betrachten. Die Strasse führt rund um einen großen Felsblock zum Hub Point und zurück zur großen Kreuzung. Wie machen noch einen Abstecher zum North Window Overlook. Hier hat man noch einmal einen traumhaften Blick auf das Monument Valley.

John Ford Point inkl. Reiter

Nach ca. 2 Stunden fahren wir zurück zum View Visitor Center und dann zurück zur Hauptstraße. Wir überqueren diese und fahren die kurze Strecke bis zu GOULDINGS TRADING POST. Hier hat eigentlich die Geburtsstunde des Monument Valley als Filmkulisse begonnen. Das Ehepaar Goulding hat in den 20-er Jahren ein Grundstück im Valley gekauft und einen Handelsstation aufgemacht und trieb Handel mit den Navajo´s. Als die Weltwirtschaftskrise in den 1930-er Jahren eintraf, litt das Navajo-Reservat immens. Harry hörte von einer Filmproduktionsfirma, die Orte im Südwesten ausfindig machte, um sie in Filmen zu verwenden. Er glaubte, dass das Monument Valley als Drehort, den Navajos zu den dringend benötigten Einkommen verhelfen würde.

Also machten sich Harry und Mike mit ihren letzten 60 Dollar auf den Weg nach Hollywood, Kalifornien. Mit Glück und viel Ausdauer traf Harry den berühmten Regisseur John Ford. Als Ford Harrys Fotos von Monument Valley sah, wusste er, dass dies der perfekte Ort für seinen nächsten Film war. Die Gouldings erhielten eine Vorauszahlung, und in wenigen Tagen begannen John Ford und seine Crew, Stagecoach mit John Wayne zu drehen. Von da an war das Monument Valley Kulisse für viele Western, aber auch für Filme in neuerer Zeit, wie Indiana Jones, Transformers oder Jurrassic World.

Eine echte und nette Navajo

Wir besuchen das Museum, in dem man einen guten Einblick in diese Zeit bekommt. Im Geschäft sieht man mit welchen Dingen damals gehandelt wurde, in einem anderen Raum sieht man viele Bilder von Filmproduktionen und Requisiten, vor allem von John Wayne. Im Obergeschoß ist die Wohnung, der Gouldings zu besichtigen. Das Highlight aber ist JOHN WAYNE´´ S Cabin. Nicht viel mehr als ein kleines Ziegelhaus und auch ein Bestandteil eine John Wayne Western.  Vor den Gebäuden steht eine alte Postkutsche, ein Filmrequisit aus vergangenen Tagen. Der Blick von hier oben lässt uns noch einmal die ganze Schönheit des Tales erkennen.

Nach den letzten Fotos fahren wir zurück zur SR 163 und nehmen Kurs auf unser Tagesziel, nach Kayenta. Kerzengerade führt die Strasse zum Ende des Tales und dann geht es noch einmal den Berg hinauf. Ein letzter Blick zurück und dann hinunter bis nach Kayenta. Auch dieser Ort ist nicht viel mehr als eine weit verstreute Siedlung mitten in der Einöde. Unser Hotel, das Monument Valley Inn, liegt am Ende des Ortes. Wir sind angenehm überrascht, es ist wirklich ein schönes und gut ausgestattetes Hotel. Auch die Zimmer sind wirklich gut, es passt.

Nach einer harten Etappe ab in den Pool

Einen Bummel durch die Stadt ersparen wir uns, hier gibt es wirklich nicht viel zu sehen. Auch die Lokale sind alle unmittelbar in der Umgebung unseres Hotels. Es sind die üblichen Fast-Food-Lokale. Da unser Hotel ein nettes Restaurant hat, bleiben wir hier. Die Speisekarte bietet auch ein paar Spezialitäten der Region an, also Essen nach indianischen Rezepten. Ich entscheide mich für ein Green Chili Stew. Das ist ein Eintopf mit Schweinefleisch und allerlei Gemüse, dazu bekommt man frisches Navajo Brot und geröstete Chili. Ausgezeichnet. Zum Trinken haben wir uns alkoholfreies Bier bestellt, den im gesamten Navajo – Reservat gibt es Alkohol weder zu kaufen, noch wird er in Lokalen serviert.

Nach einem guten Mojito – natürlich ohne Alkohol – an der Bar gehen wir ins Zimmer. um uns auf die morgige Etappe vorzubereiten. Morgen geht´s zum Grand Canyon.

Das Frühstück im Monument Valley Inn ist sehr gut. Endlich wieder einmal ein Frühstück mit großer Auswahl. In diesem Hotel passt alles, wenn man nicht unbedingt Alkohol braucht.  Nach dem Frühstück heißt es hinauf auf die Strasse und auf zum Grand Canyon.

Tageskilometer: 250

Von Kayenta fahren wir die auf der SR 160 in Richtung Tuba City. Die 120 km bis nach Tuba City sind landschaftlich nicht besonders. Es ist eintönig, die Strasse ist gerade, nur ab und zu eine kleine Kurve. Nach ca 1,5 Std. erreichen wir die Stadt, die mit 8600 Einwohnern die größte Stadt im Navajo Reservat. Die Hauptstadt ist allerdings Window Rock.

Tuba City

Am Ortseingang tanken wir und fahren dann zum angrenzenden Einkaufscenter. Es ist interessant hier die Menschen zu beobachten. 90% der Leute sind Indianer, man sieht so viele verschiedene Typen. Die meisten haben sich ganz dem amerikanischen Lebensstil angepasst, aber auch viele zeigen ihre Abstammung sehr stolz und deutlich. Hier meine ich nicht, dass Sie wie Winnetou aussehen, aber in Haltung, Kleidungsstil und der Art, wie sie kommunizieren. Aber eines ist ihnen allen gemein, sie sind sehr freundlich. Wir machen eine „Stadtrundfahrt“ durch Tuba City, aber eigentlich ist nicht viel zu sehen. Alles ist zersiedelt, ein Zentrum, wie wir es kennen, gibt es nicht. Wir verlassen diese nicht besonders schöne Stadt und machen uns auf den Weg zur Cameron Trading Post. Nach knapp 20 km biegen wir auf die SR89 ein und fahren nach Süden kurz vor Cameron überqueren wir den Little Colorado. Neben der neuen Brücke steht die alte „Historic Tanner´s Bridge“, eine der ältesten Hängebrücken Amerika´s. Heute ist sie für den Verkehr gesperrt und nur mehr eine Erdgasleitung führt über sie.

Tanner´s Bridge

Kurz nach der Brücke biegen wir zur Cameron Trading Post ein. 1911 als Handelsstation gegründet, diente sie zunächst dazu, dass die Navajo´s und Hopi ihre Wolle, Decken und lebenden Tiere gegen Trockenwaren eintauschen konnten. Für die Reisenden und Händler, war es zudem Raststation und mit dem einsetzenden Tourismus auch Ausgangspunkt zum Grand Canyon. Wir haben uns im Restaurant gestärkt und sind dann in den Geschenkeladen gegangen. Wie überall in solchen Läden viel Kitsch, billige Touristenware, aber man findet hier auch wunderschöne indianische Kunst. Schmuck, Töpferwaren, aber was mir am meisten gefallen hat, traumhafte Teppiche in allen Größen. Allerdings die haben ihren Preis.

Cameron

Kurz nach Cameron biegen wir in die SR64 ein und fahren in Richtung Grand Canyon. Die Landschaft ist beeindruckend. Unser erstes Ziel ist der Desert View Watchtower. Wir parken unser Auto und gehen die paar Schritte bis zum Turm. Plötzlich stehen wir dem Grand Canyon. Der Anblick raubt einem den Atem. Es ist unfassbar schön. Man kennt die Bilder, hat Filme gesehen, aber jetzt, da ich hier stehe, kommen wir fast die Tränen. Ich habe schon viel von der Welt gesehen, aber das hier ist mit nichts zu vergleichen. Dieser gigantische Canyon übertrifft alles.

Der Desert View Watchtower

Aber wir wissen, das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was wir noch sehen werden. Das letzte Stück unserer heutigen Tour führt nun immer am Rand des Grand Canyon entlang. Immer wieder öffnet sich der Blick auf dieses Naturwunder. Kurz vor dem Südeingang zu GC biegen wir nach Süden ab und die paar Kilometer bis nach Tusayan, wo wir im Best Western Premier Grand Canyon Squire Inn einchecken.

Tusayan

Tusayan ist das Tor zum Grand Canyon. Es ist nur wenige Kilometer vom South Rim, dem am meisten frequentierten Zugang zum GC, entfernt. Hier gibt es mehrere Hotels, Apartmentanlagen, Geschäfte und Lokale. Natürlich darf ein riesiger Campingplatz nicht fehlen. Der Flughafen, von dem aus die Helikopterflüge zum Canyon starten, ist ebenfalls hier und auch die geführten Touren beginnen hier in diesem Ort.

Unser Hotel, ein schönes 3-Sterne-Haus, liegt in einer Reihe von mehreren Hotels. Wir checken ein und ziehen uns die entsprechende Kleidung an. Vor allem gutes Schuhwerk ist gefragt, haben wir doch eine längere Wanderung vor uns. Dann geht es los, das Abenteuer GRAND CANYON. Wir nehmen  den  SHUTTLE – BUS, der direkt vor unserem Hotel hält. Noch 2 Stationen hier in Tusayan und dann geht es direkt hinein in den Nationalpark. Mit dem Bus umfährt man die, vor allem in der Hochsaison, sehr langen Schlangen, die sich vor dem Parkeingang bilden. Bei Visitor Center steigen wir aus und gehen das kurze Stück bis zum Matherpoint. Man sieht noch nichts vom Canyon, aber plötzlich steht man am Rand und der gewaltige Grand Canyon liegt vor mir.

Blick in den Grand Canyon vom Mather Point

Ich gehe zum Rand der Schlucht und trotz der vielen Menschen bin ich in diesem Augenblick allein mit meinen Gedanken. Ich stehe hier voll Ehrfurcht und Demut. Demut vor einem Wunder der Natur, wie ich es noch nie gesehen habe. Bei diesem Anblick erscheinen alle unsere Probleme so nichtig, es ist so unbedeutend, was wir Menschen machen. Hier hat ein relativ kleiner Fluss in 4 Millionen Jahren etwas geschaffen, was alles von Menschen erbaute oder erdachte, bedeutungslos erscheinen lässt. Wir rechnen in Stunden, Tagen, Monaten und Jahren. Die Natur in Jahrmillionen. 

Nachdem ich mich wieder gefangen haben, starten wir los, den Rim – Trail entlang. Der Weg ist eben und flach und geht immer am Rand der Schlucht entlang. Die Einblicke in den Canyon sind wunderschön. Wir spazieren dahin, aber nicht allzu schnell, den bald merken wir, dass man die Höhe schon spürt. Man kommt relativ schnell außer Atem. Der nächste Aussichtspunkt ist der Yavapai – Point. Hier muss man schon mal warten, bis man zum Geländer und damit ganz an den Rand kommt.

Atemberaubend, Wunderschön und gewaltig

Von hier aus ist es nicht weit bis zum Grand Canyon Village. Der Ort wurde kurz nach der Erschließung des Grand Canyon um 1900 errichtet. In diesem Ort leben vor allem Personen, die in irgendeiner Weise hier ihr Geld verdienen. Es gibt auch ein paar Lodges, eine medizinische Notfallstelle und einen Gebetsraum für alle Konfessionen. Die meisten Gebäude stehen mittlerweile unter Denkmalschutz. Hervorzuheben ist der alte Bahnhof, wo jeden Tag die GRAND CANYON RAILWAY ankommt. Da es auch ein paar Lokale gibt, ist es Zeit für eine Erfrischung. Wir gehen ins Canyon Coffee House, den von diesem Lokal hat man einen traumhaften Blick in den Canyon.

Der Bahnhof im Grand Canyon Village

Wir gehen nun schnell weiter, den bis zum Hopi-Point sind es noch knapp 3,5 km und wir wollen rechtzeitig dort sein, um einen guten Platz zu ergattern. Der Hopi Point ist einer der besten Punkte, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Wir kommen noch gerade rechtzeitig und bekommen einen Platz direkt am Rand. Die Sonne geht um diese Jahreszeit um ca. 18.30 unter. Langsam sinkt die Sonne nun hinunter und taucht den Grand Canyon in ein phantastisches Licht. Von unten wandert die Sonne die Wände des Canyons hinauf und lässt die Felsen goldfarben erstrahlen.

Sonnenuntergang am Hopi Point

Als die Sonne verschwindet, warten wir ab, bis es leerer wird und spazieren dann zur Bushaltestelle. Allerdings muss man darauf achten, dass der letzte Bus 45 min nach Sonnenuntergang abfährt. Im Village müssen wir noch einmal umsteigen, um beim Visitor Center den Bus zurück nach Tusayan zu bekommen. Als wir beim Hotel ankommen, suchen wir uns noch ein Lokal zu Abendessen und dann geht es ins Hotel. Morgen heißt es früh raus, wir mochten natürlich den Sonnenaufgang nicht versäumen.

An diesem Tag steht noch einmal der Grand Canyon auf dem Programm. Anschließend fahren wir über Williams nach Flagstaff.

Tageskilometer: 140

Heute geht der Wecker sehr früh ab. Wir möchten den Sonnenaufgang im Grand Canyon erleben. Da um diese Jahreszeit die Sonne um 6.20 aufgeht, müssen wir früh los. Um 5.15 geht der erste Bus vom Hotel in den Park. Beim Visitor Center steigen wir aus und gehen die kurze Strecke bis zum Matherpoint. Von hier aus kann man einen spektakulären Sonnenaufgang sehen. Da wir den ersten Bus genommen haben, finden wir auch einen schönen Platz. Nun heißt es warten. Langsam beginnt es zu dämmern und plötzlich sticht die Sonne hervor. Die Felsen beginnen im Licht der aufgehenden Sonne zu leuchten. Es ist ein unglaubliches Schauspiel, schöner kann ein Sonnenaufgang nicht sein. Trotz der vielen Menschen ist komplett es sehr ruhig, alle stehen im Bann dieses Ereignisses.

Sonnenaufgang am Matherpoint

Als die Sonne dann ganz über den Canyonrand aufgestiegen ist, verwandelt sich alles in seine natürlichen Farben. Der Himmel ist blau und der Canyon zeigt wieder sein natürliches Farbenspiel. Wir nehmen Abschied von diesem Naturwunder und gehen zurück zum Visitor Center. Mit dem Shuttle geht´s zurück zum Hotel, wo jetzt einmal gefrühstückt wird. Danach auschecken und die Straße hat uns wieder. Bis nach Williams sind es 85 km. Leider ist die Straße zeitweise ziemlich schlecht und die Landschaft ist mehr als eintönig. Dazu kommt noch, dass bis kurz vor Williams die Straße sehr wenig Kurven hat. Aber nach einer knappen Stunde erreichen wir unser Ziel.

Williams, eine Stadt mit 2.800 EW wurde 1881 gegründet und galt eigentlich schon immer als das Tor zum Grand Canyon. Auch die historische Route 66 geht durch die Stadt und das sieht man an jeder Ecke. Überall sieht man die Zeichen der Route. Die Stadt lebt einerseits von der Nähe zum GC and andererseits von den Touristen, die die 66 befahren.

Die Stadteinfahrt von Williams

Wir machen nur eine kurze Kaffee-Pause, denn sonderlich viel hat die Stadt nicht zu bieten. Unser nächstes Ziel ist Flagstaff, wo wir 2 Tage bleiben werden. Nach so vielen Erlebnissen, ist es nun Zeit für etwas Erholung und Runterkommen. Bis nach Flagstaff sind es 53 km und wir nehmen dafür die Interstate 40. Die Autobahn ist in diesem Abschnitt wirklich sehenswert. Sie schlängelt sich zwischen Bergen durch, es geht bergauf und bergab. Die Landschaft ist sehr schön, alles ist grün und bewaldet. Man merkt eigentlich nicht, dass wir uns immer noch auf über 2.000 m Seehöhe bewegen.

Nach einer halben Stunde erreichen wir Flagstaff und fahren zu unserem Hotel, den La Quinta Inn & Suites Flagstaff. Das sehr schöne und neue Hotel liegt etwas südlich vom Zentrum. Wir werden schon erwartet und der Check-In funktioniert tadellos. Jetzt ins Zimmer und dann erst einmal an den Pool. Es ist ein absoluter Genuss bei diesen Temperaturen. Am späteren Nachmittag werfen wir uns in die Ausgeh-Mode und spazieren die 3 km durch den Ort zum Zentrum. Unser erstes Ziel ist der Bahnhof. Hier vor dem Gebäude ist auf dem Asphalt ein übergroßes Route 66 Schild aufgemalt. Die Route 66 wartet auf uns.

Das große Zeichen für die Route 66 in Flagstaff

Genau gegen über dem Bahnhof beginnt die Altstadt von Flagstaff, die allerdings nur aus 6 Blocks besteht. Wir spazieren durch die Gassen und lassen uns einfach treiben. Die Stadt hat flair und an den vielen Lokalen und Bars sieht man auch, dass Flagstaff Universitätsstadt ist. Eine Besonderheit hat Flagstaff und das sind die vielen Brauereien. Biertrinker kommen hier voll auf ihre Rechnung. Wer will kann von Lokal zu Lokal gehen und sich durch die vielen verschiedenen Biersorten durchkosten.

Wir allerdings gehen in das Hotel Weatherford. Das im Jahre 1889 eröffnete Hotel war lange Zeit das bete Hotel im Ort. Heute ist das Hotel nach wie vor eine gute Adresse, was uns aber hinzieht ist das Restaurant „Charlys Pub & Grill“. Wir haben vorab reserviert. Das Restaurant strahlt Gemütlichkeit und Gediegenheit aus. Die sehr freundliche Bedienung bringt uns die Karte und wir sehen zunächst, dass es hier über 20 Biere vom Fass gibt. Nicht schlecht. Ich entscheide mich für ein Steak mit Enchilladas und Pommes. Während wir auf das Essen warten, sehen wir uns die alten Fotos an der Wand an, eines gefällt uns besonders. Der Sheriff sitzt mit einem anderen Mann kaffeetrinkend an einem Tisch. Das Besondere, beide sind an den Füßen mit einer Kette verbunden.

Als die Bedienung das Essen bringt, fragen wir sie danach. Sie erzählt uns eine lustige Geschichte. Der Sheriff musste einen seiner Freunde wegen einer Kleinigkeit inhaftieren. Damit sie aber beide ihren gewohnten Kaffee im Weatherford trinken konnten, ist der Sheriff dem Gesetz insofern nachgekommen, indem er sie beide mittels Kette aneinandergefesselt hat und er so nicht flüchten konnte. Was der auch nie vorhatte. Man muss sich nur zu helfen wissen.

Nach diesem wirklich hervorragenden Essen werfen wir uns ins Nachtleben von Flagstaff, mit dem Wissen, dass wir uns morgen ausruhen können.

Wann wir gestern nach Hause gekommen sind, darüber breiten wir den Mantel des Schweigens. Nur so viel, in Flagstaff gibt es tolle Lokale. Freundliche und lustige Menschen, viel Jugend, aber auch viele Touristen, das gibt eine tolle Mischung. Aber wir wussten ja, dass es heute etwas entspannter sein wird. Wie haben länger geschlafen und dann herrlich gefrühstückt. Nach dem Frühstück haben wir beschlossen, doch den Ausflug zum Barringer – Krater zu machen. Es ist ja nicht weit. Den Rest des Tages werden wir dann ganz entspannt ausklingen lassen.

Auf der Hinfahrt bis zum Barringer -Krater fahren wir auf der Interstate 40 bis zur Abfahrt Meteor Crater Road und dann bis zum Parkplatz des Visitor Centers. Die Landschaft rund um den Krater ist komplett flach, eine Auswirkung der gigantischen Druckwelle, die der Einschlag ausgelöst hat.

Barringer

Der Barringer – Krater

Schon von weitem kann man den KRATER sehen, die Wände steigen steil auf. Wir fahren zum Parkplatz des Besucherzentrums. Der Eintritt kostet 22,- USD. Durch das Gebäude geht es in in den ersten Stock und von dort ins Freie. Als erstes sehen wir eine Versuchskapsel des Apollo-Programms. Im Krater wurden verschiedene Tests zum Apollo-Programm gemacht. Über Stufen geht es hinauf und dann blicken wir in den gewaltigen Krater. Der Durchmesser ist 1200 m und die Tiefe beträgt 180 m. Vor 50.000 Jahren war dieses gewaltige Ereignis, als der Meteor hier einschlug und verwüstete alles im Umkreis von 20 km. Eigentlich wirkt er nicht so groß, aber wenn man zum Grund des Kraters blickt und den lebensgroßen Modell-Astronauten sieht – er ist nur mit dem Fernrohr erkennbar – dann werden einen die Ausmaße des Kraters bewusst.

Nach der eingehenden Besichtigung, gehen wir in das Gebäude zurück und schauen uns die Ausstellungsstücke an, u.a. das größte Bruchstück des Meteors, das man hier gefunden hat. Es gibt noch einen Kinosaal, wo man verschiedene Filme über das Ereignis anschauen kann, aber uns reicht es und wir machen uns auf den Weg zurück nach Flagstaff. Vor der Auffahrt zur Interstate biegen wir auf die hier noch erhaltene alte Route 66 ein. Die Old Route verläuft hier parallel zu Autobahn. 6 Kilometer fahren wir auf der Strasse bis zur nächsten Auffahrt. Wir queren die 2 Guns Road und nach 500 m stehen wir, wie man es oft auf der Route 66 sehen kann, am Ende der Strasse.

Sehr oft endet die Route 66 mit so einem Schild

Also umkehren und wieder auf die Interstate und zurück zu unserem Hotel. Den Rest des Tages verbringen wir entspannt am Pool und später geht es wieder zum Essen in die Old Town. Heute dauert es nicht so lange, den morgen erkunden wir Sedona und Prescott bevor es wieder und dann endgültig zur Route 66 geht.

Gut erholt und voller Freude auf das, was uns noch erwartet verlassen wir Flagstaff in Richtung Süden nach Sedona und machen einen Abstecher zum Montezuma´s Castle. Nach Cottonwood geht es nochmal über einen Pass auf 2100 m hinauf bevor es nach Prescott runtergeht. Von hier führt uns die SR89 wieder in den Norden nach Ash Fork, wo wir kurz auf die Interstate 40 auffahren. Bei der nächsten Abfahrt sind wir dann endlich auf der Historic Route 66, die uns dann zu unserem Ziel nach Seligman führt.

Wir fahren auf der Interstate 17 nach Süden. Bei der ersten Ausfahrt fahren wir ab und nehmen die SR 89. Durch dichte Kiefernwälder fahren wir ziemlich eben dahin. Wir sind übrigens noch immer auf ca. 2100 m Seehöhe. Nach ca. 20 km kommen wir zu einem steilen Abbruch, wo sich die Strasse in engen Serpentinen hinunterschlängelt. Am Ende der Serpentinen kommen wir in ein wunderschönes Tal. Neben der Strasse fließt der Oak Creek, ein kleiner Fluss, der zu dieser Zeit relativ viel Wasser führt. Es hat in der Nacht ziemlich stark geregnet.

Sedona

Im Tal des Oak Creek

Dieses Tal ist touristisch sehr stark genutzt, immer wieder sind am Straßenrand Campingplätze, Raststätten oder Parkplätze, von wo verschiedenste Wanderwege losgehen. Es geht nun ständig bergab und schön langsam ändert sich die Landschaft. Die Berge links und rechts ändern ihre Farbe und die Felsen leuchten grell rot. Nach weiteren 20 km erreichen wir SEDONA, dem schönsten Ort der Erde. So wirbt zumindest das örtliche Fremdenverkehrsamt. Tatsächlich ist Sedona wirklich ein wirklich schönes Fleckchen. Vieles erinnert an einen Ort in den österreichischen Alpen. Alles sehr gediegen und elegant. Jedes Jahr kommen viele Touristen in diese schöne Region in Arizona.

Eine der vielen Lodges im Tal

Neben vielen Outdoor-Abenteuern lockt die Stadt auch damit, ein spiritueller Ort zu sein. Kraftfelder und Energieströme sollen eine heilende und meditative Wirkung ausüben. Dementsprechend gibt es viele luxuriöse Resorts mit großen Spa´s in Sedona. Außerdem ist der Ort auch für seine guten Restaurants bekannt, wo man hervorragendes Essen und auch die entsprechenden, exzellenten Weine konsumieren kann. Auch jede Menge  Künstler zieht es nach Sedona. Viele Galerien und Kunstgewerbe-Läden zeugen davon.

Kurz nach dem Ortsbeginn parken wir beim Hotel Matterhorn und machen uns auf einen Erkundungs-Spaziergang durch die Stadt. Zunächst gehen wir zum Oak Creek, um den Fluss einmal aus der Nähe zu sehen. Wir gehen ein Stück am Creek entlang und kommen dann zurück zur Hauptstraße. Langsam gehen wir hier entlang. Alles was wir von dieser Stadt gehört haben, erlebt man bei so einem Spaziergang. Viele nette Lokale, tolle Geschäfte, Galerien und als Panorama eine beeindruckende rote Felslandschaft. Sedona ist wirklich schön. Alles macht einen gepflegten und soliden Eindruck. In der Nähe unseres Autos gehen wir auf einen Kaffee, ins Mago Cafe. Hier gibt es sogar einen Bio-Kaffee und ausgezeichnete Kuchen. Wir sitzen auf der Terrasse, genießen Kaffee, Kuchen und diese wunderschöne Landschaft.

In Sedona

Nach dieser Stärkung fahren wir zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sedona´s, der HOLY CROSS CHAPEL Sie steht etwas außerhalb der Stadt auf einem Hügel und ist mitten in die Felsen gebaut. Die 1957 fertiggestellte Kirche ist wirklich beeindruckend und lädt ein, kurz inne zu halten. Der Blick von der Kapelle auf die Stadt ist einfach toll. Nach diesem Halt verlassen wir Sedona und es geht weiter nach Süden. Kurz nach der Stadt sehen wir schon aus der Ferne eine der Attraktionen dieser Region, den Bell Rock. Seinen Namen hat dieser Felsen von seiner Form, die wie eine gewaltige Glocke aussieht.

Holy Cross Chapel

Majestätisch schaut der Felsen bei der Vorbeifahrt auf uns herab. Nach einiger Zeit kommen wir zur Interstate 17 in Richtung Phoenix und fahren 19 km bis zur Abfahrt mit dem Wegweiser zu MONTEZUMA´ S CASTLE, unserem nächsten Ziel. Dieses National Monument befindet sich etwa 27 m über einer steilen Kalksteinklippe gegenüber dem angrenzenden Beaver Creek. Es war die Wohnstätte früher Sinagua-Indianer. Seinen Namen erhielt es durch die irrtümliche Annahme, dass diese Wohnburg von den Azteken erbaut wurde.

Montezuma´s Castle

Wir parken vor dem Besucher-Zentrum und kaufen uns ein Ticket. Im Gebäude findet man eine kleine Ausstellung und Schautafeln, die die Entstehung und die Geschichte dieses Bauwerks zeigen. Nachdem wir uns schlau gemacht haben, gehen wir den kurzen Weg bis zur Burg. Der Anblick ist schon beeindruckend. Knapp 30 Meter über dem Boden ist in eine Felsnische eine regelrechte Burg gebaut worden. Sie ist 5 Stockwerke hoch und war nur durch eine Reihe tragbarer Leitern zugänglich. Ungefähr 35 Menschen lebten in so einer Burg, die einerseits wegen der leichten Art sie zu verteidigen und andererseits als Schutz vor dem Hochwasser des Beaver Creek in den Felsen gebaut wurde. Da man die Anlage nicht betreten, sondern nur von unten betrachten kann, ist man schnell mit der Besichtigung fertig. Der Weg zurück führt zum Fluss und dann zurück zum Besucher-Zentrum.

Der Ort Jerome

Nach diesem Abstecher machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, der Stadt Prescott. Da wir uns mittlerweile, nach langer Zeit, erstmals wieder unter 1000 m Seehöhe befinden, haben wir wieder Sehnsucht nach einem richtigen Bergpass. Wir wählen daher die Route über Jerome. Wir fahren zunächst bis nach Cottonwood, der nächsten größeren Stadt. An einer großen Raststätte tanken wir und im dazugehörigen Restaurant essen wir eine Kleinigkeit. Gestärkt fahren wir weiter nach Jerome, einem entzückenden Bergdorf. Früher war sie die böseste Stadt des Westens. Da es große Kupfer-, Gold- und Silbervorkommen gab, war hier recht viel los. 1903 zählte man 37 Bars, 13 Bordelle und 4 Kirchen. Nachdem die Minen geschlossen wurden, verfiel die Stadt. Ab den 1960er Jahren wurde die Stadt mit historischer Genauigkeit restauriert und als Kunstgemeinschaft mit mehreren Kunststudios und Galerien wiederbelebt. Wer die Geschichte der Stadt nachvollziehen will, kann das im Jerome State Historic Park machen.

…und wieder ein neuer Berg

Kurz nach Jerome geht es steil den Berg hinauf. In vielen Serpentinen windet sich die Strasse bis zur Passhöhe auf 2145 Seehöhe. Immer wieder hat man herrliche Ausblicke auf das tief darunter liegende Tal. Nach der Passhöhe sind es noch ein paar Kurven und dann geht die Strasse ziemlich gerade hinunter ins Prescott-Valley. Obwohl die Stadt Prescott auf 1600 m Seehöhe liegt, hat sie mediterranes Klima, dementsprechend mutet die Vegetation fast tropisch an. Das milde Klima mit ausgiebigen Regenfällen während des Sommermonsuns lässt hier alles üppig gediehen.

Whisky Row in Prescott

Unser Weg führt uns ins Zentrum der Stadt, die vom Reichtum der Goldrauschkultur geprägt ist. Mehr als 80 Häuser im viktorianischen Stil zeugen vom einstigen Reichtum. Wir möchten uns die Hauptattraktion der Stadt näher ansehen, die berühmte Whiskey Row. In dieser Strasse gab es zur Zeit des Goldrausches unzählige Saloons, Casinos und Bordelle. Wir parken direkt in der Montezuma Street und schauen uns diese Strasse an. Noch immer gibt es viele Lokale, aber auch zahlreiche Geschäfte und Kunstgalerien. Wir trinken noch etwas und machen uns dann auf zur letzten Etappe des Tages, nach Seligman.

Das Chino Valley

Wir fahren aus der Stadt hinaus und wollen noch einen kurzen Halt am Watson Lake machen, aber da eine Eintrittsgebühr verlangt wird, verzichten wir. Von nun an geht es wieder in Richtung Norden durch das Chino Valley. Diese Gegend ist durch das milde Klima sehr fruchtbar. Über 300 Sonnentage im Jahr und ausreichend Wasser lassen hier ab dem Frühling Tulpen und im Sommer reichlich Mais und Kürbis gedeihen. Entsprechend dicht besiedelt ist diese Region. Nach den vielen öden Landschaften, die wir bisher gesehen haben, tut dieses grüne Valley dem Auge gut.

Ende der Route 66

Nach 80 km erreichen wir Ash Fork. In diesem kleinen Ort finden wir dann den Wegweiser zur Route 66. Wir biegen in die Strasse ein und nach ein paar Metern ist die Route auch schon wieder zu Ende. Wir müssen auf die Interstate 40 und ca 8 km auf ihr fahren. Endlich kommt die Abfahrt zur Historic Route 66. Ab hier sind wir endgültig auf der berühmten Mother Road, der legendären Route 66. Sie wird von nun ab die Strasse sein, auf der wir, bis auf ein paar Unterbrechungen, bis zu ihrem Ende am Santa Monica Pier am Pazifischen Ozean, fahren werden.

Endlich auf der Route 66

Von hier sind es ziemlich langweilige 30 Kilometer bis wir nach Seligman kommen, unserem heutigen Tagesziel. Unser Hotel, das Deluxe Inn, ist gleich neben Angel´s Barbershop. Dieser kleine Ort, er hat gerade mal knapp 500 EW, ist der Geburtsort der HISTORIC ROUTE 66. War der kleine Ort früher nur einer von vielen an der Route, ist er heute ein touristischer Fixpunkt. Hier ist alles Route 66. Jedes Haus, jedes Lokal und Geschäft ist auf die Menschenmassen, die jährlich diesen Ort besuchen, ausgerichtet. Man versucht die Zeit von damals wieder zurück zu rufen. Alte Autos stehen überall am Straßenrand, die Häuser sind mit Werbetafeln aus der Zeit der Hochblüte der Route 66 geschmückt. Es ist, wie es nun mal in Amerika der Fall ist, alles sehr bunt, sehr grell und auch sehr kitschig, aber auch alles sehr heruntergekommen.

Der berühmte Barbershop von Angel Degadillo

Wir beziehen unsere Zimmer und begeben uns dann auf einen Bummel durch Seligman. Zuerst gehen wir zum Barber Shop der Familie Degadillo. Hier lebt und arbeitet noch immer der Begründer der Historic Route 66, Angel Degadillo. Der heute 93-Jährige arbeitet noch immer zwischendurch als Friseur. Er trägt nicht umsonst den verdienten Beinamen „Vater der Motherroad“ bzw. “ Schutzengel der Route 66″. (siehe Info „Historic Route 66). Leider war es uns nicht vergönnt, diesen großartigen Mann zu treffen. Das Geschäft war bereits geschlossen. So spazierten wir weiter.

Mein Freund Jimmy Dean

Schräg gegenüber ist ein großer Souvenirladen, das Route 66 Roadrunner. Hier kann man sich mit allen eindecken, was es an Route 66 Devotionalien gibt. Angefangen von Bekleidung mit entsprechendem Aufdruck, über Kaffeehäferl bis hin zum Schlüsselanhänger. Der Vorstellungskraft sind keine Grenzen gesetzt. Natürlich muss auch ich meinen Obolus leisten und kaufe mir einen Original Route 66 Schlüsselanhänger ums stolze 7,90 USD. Aber was ein muss, muss sein. Auch mit James Dean habe ich ein kurzes Plauscherl. Der lebensgroße Pappkamerad lässt sich gerne mit mir fotografieren. Weiter geht es die Strasse entlang, vorbei am alten Sheriff-Büro, wo noch ein alter Polizeiwagen vor der Tür steht.

Das alte Sheriff-Auto

Am Ende von Seligman ist Westside Lilo´s Cafe. Dieses Restaurant wird von einer deutschen Familie geführt, die sich hier ihren Traum verwirklichte. 1996 haben sie ein stillgelegtes Lokal gekauft und daraus dieses Lokal gemacht. Mittlerweile sind Lilo und ihr Mann Pat an der ganzen Route bekannt. Auf der Speisekarte gibt es neben den üblichen amerikanischen Speisen auch vieles aus der alten Heimat, wie Schnitzel, Rouladen, Bratwurst uvm. Wir hatten wieder richtig Appetit auf heimische Kost und wir entschieden uns für ein Wienerschnitzel mit Pommes und Gemüse. Wir wurden nicht enttäuscht. Der absolute Hammer aber sind die Nachspeisen. Vor allem die Spezialität des Hauses, die Erdbeertorte war eine Sensation.

Mein Zimmer im Deluxe Inn

Die morgige Etappe haben wir bei ein paar Heineken in aller Ruhe besprochen. Wir werden immer der Route entlang über Hackberry nach Kingman fahren. Von dort geht es dann zu einem der schönsten Abschnitte der 66 über den Sitgreaves Pass nach Oatman und dann zum Colorado-River über die Grenze nach Nevada bis nach Laughlin, der Spielerstadt am Fluss.

Heute ist der Tag, an dem wir die Route befahren werden. Wir sind schon voller Erwartung, was wir alles sehen werden, was den Mythos Route 66 ausmacht.

Wir starten nach einem hervorragenden Frühstück bei Lilo. Unser Weg wird uns durch zahlreiche Orte führen, die früher einmal allesamt von der Motherroad lebten. Was wir zunächst zu sehen bekommen, ist eine gerade Strasse in einer ziemlich langweiligen Landschaft. Die gesamten 140 km bis nach Kingman sind nur Kilometerfresserei. Lediglich der kurze Abschnitt bei Peach Springs ist erwähnenswert. Hier ist ein Ort der von den Hualapai Indianern bewohnt wird. Dieser kleine Stamm zählt zu den Yuma Indianern der hier sein Reservat hat.

Peach Springs

Kurz nach Peach Springs geht es wieder kerzengerade an Truxton vorbei, bevor es kurz in die Berge geht, aber nach ein paar Kurven ist es wieder vorbei und bis nach Kingman ist die Route nur eine langweilige, gerade Strecke. Als wir uns der Stadt nähern, wird es wieder belebter, der Verkehr wird mehr und man merkt, dass dieser Ort das Zentrum der Region ist. Wie wichtig der Ort ist, sieht man an der Größe des Flughafens, an dem wir vorbeifahren. Riesige Lagerhäuser und viele Firmen haben sich rund um den Airport angesiedelt. Der Ort selbst ist eine typische, amerikanische Provinzstadt. Entlang der Strassen, die sich hier kreuzen, sind die Strassen im Raster angelegt.

Ortseinfahrt in Kingman

Wir fahren ein Stück in den Ort hinein und machen bei einem großen Center halt. Wir wollen eigentlich nur einen Kaffee trinken. Wir suchen uns ein Starbucks und dann machen wir uns auf den Weg zu einem der schönsten Teilstücke der Route 66 – so heißt es zumindest – über den Sitgreaves-Pass nach Oatman. Kurz nach Kingman zweigt die Route nach Süden ab und wir fahren durch einen kleinen Canyon, bis wir wieder zur I-40 kommen und für kurze Zeit geht unsere Strasse parallel zum Highway. Bei Walnut Creek trennen sich die Strassen und die Route führt jetzt ziemlich gerade in Richtung Berge.

Walnut Creek

Die Landschaft hat sich schon verändert. Man merkt, wir kommen in die Wüste. Trotzdem gibt es hier einige Farmer, die im Hinterland ihre Anwesen haben. Man sieht immer wieder Strassen abzweigen und an diesen Kreuzungen reiht sich ein Briefkasten an den anderen. Je näher wir den Bergen kommen, desto schöner wird die Landschaft. Es wird grün und schön langsam steigt die Route den Sitgreaves – Pass hinauf. Jetzt beginnt das Herz eines jeden Biker´s zu hüpfen. In immer engeren Kurven führt die Strasse zur Passhöhe hinauf. Immer wieder bleiben wir stehen und genießen die traumhafte Aussicht.

Hinauf auf den Sitgreaves-Pass

Es stimmt, dieser Teil der Route 66 ist einfach traumhaft schön. Auf 1.093 m Seehöhe erreichen wir die Passhöhe. Jetzt sind es nur mehr 7 Kilometer bis nach OATMAN einem der legendärsten Orte auf der gesamten Route 66. Jedes Jahr strömen Touristen aus aller Welt hierher. Die alte Goldgräberstadt ist in vielerlei Hinsicht berühmt. Es sind mehrere Dinge, die man über diese kleine Stadt wissen muss. Zu einem war sie ein bedeutendes Bergbau-Städtchen, hier wurde in den Minen sehr viel Gold abgebaut. Das hat die Stadt und seine Bewohner reich gemacht. Als allerdings die Minen in den späten 50-er Jahren war auch Oatman das Schicksal einer Geisterstadt vorbestimmt.

Die Esel, die in den Bergwerken die Grubenwagen gezogen, wurden einfach freigelassen und ausgewildert. Heute sind diese Esel eine der Hauptattraktionen der Stadt. Überall im Ort sind die Esel, sie werden gehegt und gepflegt. Die meisten haben sogar Namen. Sie haben immer Vorrang, Eine andere Attraktion ist das Oatman – Hotel. Hier soll einst CLARK GABE mit Carol Lombard die Hochzeitsnacht verbracht haben. Das Zimmer mit der Nummer 15 kann man noch immer besichtigen.

Die Esel von Oatman

Wir parken am Ortsbeginn und spazieren in den Ort. Der Anblick ist einfach schön. Hier ist es noch genauso, wie man sich eine alte Westernstadt vorstellt. Links und rechts reiht sich Holzhaus an Holzhaus, davor der Gehsteig aus Holz mit dem entsprechenden Geländer. Früher waren diese Häuser Geschäfte, Saloons, Sheriffbüro usw.. Heute sind es Souvenir-Shops, Restaurants und Unterkünfte. Mitten durch den Ort führt die Strasse, die Route 66. Man wartet nur darauf, dass aus einem der Saloons zwei Typen herauskommen und einen Shut-Down machen. Was auch geschieht, den täglich werden Wildwest-Schießereien und Postkutschen-Überfälle aufgeführt.

Einer von vielen Souvenir-Läden

Und überall sind die Esel. Unzählige von diesen entzückenden Tieren flanieren durch den Ort. Mir ist sofort ein kleiner, junger Esel entgegengekommen. Auf dem Kopf hatte er in Band mit der Bitte „Do not feed me“. Ich musste ihn einfach umarmen. Die Esel sollte man wirklich nicht füttern, überall liegen für sie gepresste Futterbällchen bereit. Sie werden wirklich gut versorgt. Ein Mann, der gerade einen Esel striegelte, erklärte uns, dass sie wirklich komplett versorgt werden. Sie werden gefüttert, gepflegt und auch tierärztlich versorgt. Eigentlich klar, sind die Esel doch das lebende Kapital der Stadt. Er verriet mir auch, dass mein kleiner Freund Ali heißt, so auch, dass alle Esel einen Namen haben.

Wir schlendern die Strasse entlang, vorbei am Oatman – Hotel und dem Gefängnis zum Ortsende. Hier, etwas abseits der Strasse weg, ist der Eingang zu einem Stollen. Der ist aber nur kurz und lediglich ein Schaustollen. Davor lehnt ein Sarg aus vergangenen Tagen. Alles wirkt pittoresk und lässt diese Zeit erahnen. Wären da nicht die Massen an Touristen, Bikes und Autos. Man kommt nur recht langsam voran. Aber trotz dieses „kleinen“ Fehlers ist der Ort einfach entzückend und ein absolutes Highlight auf einer Tour auf der Route 66.

Jede Menge Bikes

Langsam machen wir uns auf den Rückweg zum Auto. Am Ortsbeginn wollen wir in einem Laden etwas kaufen, aber ein Esel verstellt uns den Weg in das Geschäft. Als die Besitzerin das sieht, kommt sie her und schiebt den Esel verkehrt hinaus und schließt dann die Tür. Der Esel steht vor der verschlossenen Glastür und schaut uns sehnsuchtsvoll an. Die Frau erklärt uns, dass dies Jimmy sei und er immer wieder ins Geschäft kommt. Wenn es ihr zu viel wird, schiebt sie ihn hinaus und schließt die Tür. Nach einiger Zeit öffnet sie diese wieder und es dauert nicht lange und Jimmy kommt wieder herein. Das geht jeden Tag so, er fühlt sich halt als Teil des Geschäftes. Er macht das auch nur bei ihr.

Jimmy in seinem Geschäft

Nach diesem amüsanten Erlebnis geht´s zum Auto und auf die letzte Etappe des heutigen Tages nach Laughlin, der Casinostadt am Ufer des Colorado. Es sind gerade einmal 30 km den Berg hinab. An der Kreuzung zur SR95 biegen wir links ab und fahren durch Bullhead City, einem Ferienort auf der Arizona-Seite des Colorado. Hier reiht sich Hotel an Hotel, Apartment-Anlagen und Shopping-Malls. Viele Restaurants und Tourist-Center runden das Bild ab. Wir aber fahren ans Ortsende und über die Brücke nach Nevada und sind dann in Laughlin.

Dieser Ort besteht nur aus ein paar Hotels, allesamt mit Casino und vielen Geschäften. Unser Ziel ist das Golden Nugget, direkt am Ufer des Colorado. Wir checken ein und bekommen ein Up-Grade auf ein River-view Zimmer. Der Ausblick ist wirklich schön. Leider führt der Fluss zurzeit wenig Wasser. Aber es ist noch keine Saison hier. Den Wasserstand des Colorado regelt hier, der ein paar Kilometer nördlich gelegene, DAVIS DAMM, der den Fluss zum Lake Mohave. Aber wir genießen den Ausblick trotzdem auf den Fluss und das gegenüberliegende Bullhead City.

Das Golden Nugget

Nach einer ausgiebigen Dusche gehen wir im Hotel ins Saltgrass Steak House essen. Es ist wieder einmal Zeit für ein saftiges Steak. Nach dem Blick auf die Speisekarte wähle ich aber ein Surf & Turf-Gericht, ein Gulf Coast Steak & Shrimp. Ein herrliches Stück vom Lungenbraten und dazu gegrillte Shrimps. Wirklich exzellent. Ein köstlicher Cheesecake als Nachspeise und ich bin rundum satt und zufrieden.

Mein Zimmer

Nach dem Essen spazieren wir noch etwas durch den Ort, der aber wirklich nicht viel zu bieten hat, außer einem großen Shop, wo man Marihuana kaufen kann. Ist in Nevada seit 2017 legal zu kaufen. Den Abschluss des Tages bildet noch ein kurzer Besuch im Casino, aber außer Erfahrung haben wir nichts gewonnen.

Unsere heutige Tagestour führt von Laughlin über Palm Gardens hinein in die Mojave Wüste. Amboy und das Bagdad Cafe sind  weitere Stopps auf dem Weg zum Ziel nach Barstow.

Wir starten in Laughlin westwärts auf der SR163. Die Landschaft wird immer kahler, man merkt, wir kommen in die Wüste. Bei Palm Garden biegen wir auf die SR95 nach Süden ab und nach ein paar Kilometer queren wir die Grenze nach Kalifornien. Jetzt sind es noch knapp 30 km bis zur Route 66. Bei Arrowhead Junction beginnt sie wieder, die „Motherroad“.

Die Sonne strahlt von einem makellos blauen Himmel. Wir durchfahren kleine Orte, wie Homer oder Goffs. Alles Orte, die mit der Eröffnung der Interstate 40 ihre Bedeutung verloren oder gar zu Geisterstädten wurden. Bei Fenner unterqueren wir die 40-er. Die Mojave Wüste tritt immer deutlicher hervor, weite Flächen mit Sand und Geröll liegen entlang der Strasse. Die Vegetation wird auch immer spärlicher. Im Hintergrund sieht man die Berge, die für die Entstehung der Mojave verantwortlich waren. Die Wolken, die vom Westen herziehen, regnen in den Bergen ab und somit kommt kein Niederschlag in dieses Gebiet. Die Niederschlagsmenge beträgt gerade mal 150 ml pro Jahr.

Route 66

Die Route 66 kurz vor Amboy

Je weiter wir in die Wüste kommen, desto einsamer wird die Gegend. Aber es ist nicht mehr weit bis zu unserem nächsten Stopp, einem der bekanntesten Wahrzeichen der Route 66. Jeder, der sich mit der 66 beschäftigt, kennt es, das große Reklameschild von Roy´s Cafe in Amboy. Wir sehen es schon von weitem. Früher war AMBOYein wichtiger Ort an der Route 66, doch wie überall, mit der I-40 verfiel sie in die Bedeutungslosigkeit und verkam. Dass sie nicht zu Geisterstadt wurde, wie viele an der Route, verdankt sie ihrer Lage inmitten der Mojave Wüste als Knotenpunkt, Poststation und den nahegelegenen Chlorid Werken. Heute ist sie ein Pflichtstopp für jeden Touristen.

Das berühmte Roy´s Cafe

Wir halten neben der Tankstelle und zuerst müssen ein paar Fotos gemacht werden. Das berühmte Schild von Roy´s Cafe, das noch immer nicht wiederbelebte Motel und anderes. Wir erledigen an der Raststation ein paar wichtige Dinge und im Cafe holen wir uns einen Kaffee, machen es im „Gastgarten“ bequem und beobachten das Treiben. Menschen aus aller Welt, mit Bike, Camper oder Auto kommen und gehen. Alles läuft nach demselben Ritual ab, allerdings bestimmt die Dringlichkeit die Reihenfolge. Fotos, Toilette, Tanken, Kaffee.

Wir kommen mit einem Amerikaner ins Gespräch, der die Route schon mehrmals befahren hat, auch in ihrer gesamten Länge von Chicago weg. Er erzählt uns, dass leider viele Teilstücke nicht mehr befahrbar sind – was wir ja wissen – aber das einige Teile der Route durchaus wiederbelebt werden könnten. Es fehlt in vielen Staaten, durch die sie führt aber der Wille und vor allem die Erkenntnis, wie wichtig das für den Tourismus wäre.

Nach dieser angenehmen Pause fahren wir wieder weiter. Kurz nach Amboy biegt die Strasse zum AMBOY-KRATERab – man kann ihn von Roy´s Cafe sehen – einem 79 m hohen Schlacke Kegel. Man kann auf den Krater hinauf wandern und von oben hat man einen herrlichen Blick auf einen 24 kmgroßen, erkalteten Lavastrom. In den Sommermonaten sollte man aber bei Besteigung vorsichtig sein, können doch die Temperaturen auf über 40 Grad steigen.

Route 66

Der Amboy Krater inkl. Hitzewarnung

Wir verzichten darauf und fahren weiter. Kurze Zeit später kommen wir zu einer Eisenbahnkreuzung, wo das rote Licht blinkt. Wir halten an und sehen den Zug schon kommen. Er kommt und hört nicht mehr auf. Über 2 km lang ist der Güterzug, 3 Loks, eine am Anfang, eine in der Mitte und eine am Ende, bewegen diesen Giganten fort. Da die Geschwindigkeit nicht sehr groß ist, dauert die Wartezeit eine gefühlte Ewigkeit. Aber da wir ja nicht auf der Flucht sind, ist das eine mehr als interessante Geschichte.

Warten, warten, warten…

Aber auch die längste Wartezeit geht vorüber und die Reise geht weiter. Bis zu unserem nächsten Halt, dem Bagdad Cafe, sind es knapp 100 km. Auf dem Weg dahin sehen wir einige Relikte der glorreichen Zeit, als die Route 66 noch die Motherroad war und die wichtigste Ost-West-Verbindung der USA. Geisterstädte, alte, für immer abgestellte Autos und Wohnwägen, Schilder, die auf eine Tankstelle, ein Cafe oder einen Raststation hinwiesen, verrotten vor sich hin. Auch die Stadt Bagdad gibt es nicht mehr. Das Historic-Route 66-Wahrzeichen, das Bagdad Cafe ist jetzt in Newberry Springs. Bekannt wurde das Cafe bei uns durch den Film „Out of Rosenheim“ mit der genialen Marianne Sägebrecht.

Bagdad Cafe

Wir halten für eine Erfrischung und ein paar Bilder und gehen dann den Rest unserer heutigen Etappe an. Bis Barstow sind es nur mehr 34 km. Barstow ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Hier endet die I -40 und mündet in die I-15 ein, die Los Angeles mit Las Vegas verbindet. Die Stadt selbst ist nicht besonders erwähnenswert. Das Highlight ist der 8 km lange Güterbahnhof, den auch für die Eisenbahn ist die Stadt ein wichtiger Knotenpunkt. Wir fahren nur durch die Stadt bis zu unserem Hotel, dem Ayres Hotel Barstow. Dieses ist ca. 10 km außerhalb von Barstow auf einem neuen Gelände direkt an der I 15. Hier wurde ein riesiger Umschlageplatz für LKW´s gebaut und im Zuge dessen, einige Hotels, Bar´s, Restaurants und ein großes Outlet – Center.

Unser Hotel in Barstow

Wir checken ein und nachdem wir den Staub der Wüste abgewaschen haben, geht es zum Shoppen. Im Outlet finden sich alle bekannten US-amerikanischen Labels, wie Hilfiger, Ralph Lauren, Michael Kors und, und… Wer sich für sich einkaufen will und diese Marken mag, der sollte sich hier eindecken. So günstig, wie hier bekommt man es nirgends in Europa. Außerdem ist die Auswahl groß, es gibt viele tolle Angebote, rundum, es zahlt sich aus.

Nach dem wir ausgiebig eingekauft haben und alles ins Hotel gebracht haben, suchen wir uns ein Lokal zum Abendessen. Wir gehen auf Empfehlung der Rezeptionistin in „Chili`s Bar & Grill“. Wir haben es nicht bereut. Gute Auswahl und gute Preise und auch die Qualität stimmte. Nach einem Absacker an der Bar zurück ins Hotel, morgen starten wir zur letzten Etappe unserer Tour.

Heute brechen wir zu unserer letzten Etappe dieser Reise auf. Es geht von Barstow und Victorville in den Los Angeles National Forest. Über die San Gabriel Mountains kommen wir bei La Canada Flintridge in den Großraum Los Angeles. Nördlich von Hollywood fahren wir über den wunderschönen, kurvigen Mulholland Drive nach Bel Air und zurück auf die Route 66, die über den Santa Monica Blvd. bis zum Santa Monica Pier führt.

Tageskilometer: 250

Vom Hotel fahren wir wieder auf die Route 66 in den Süden. Nach ca. 35 km halten wir bei einem weiteren bekannten Wahrzeichen der Route, ELMER` S BOTTLE TREE RANCH. Die auf „Metallbäumen“ gesteckten Flaschen glitzern im Licht der Sonne und der leichte Wind bringt sie zum Singen. Ein Sammelsurium an alten Gegenständen, vom rostigen Auto bis zu Arbeitsgeräten findet man hier alles. Aber allzu viel Zeit braucht man nicht, um das gesehen zu haben.

Bottle Tree Ranch

Kuriose Bottle Tree Ranch

Weiter auf der Route bis Victorville, einer unscheinbaren Stadt vor den Toren von Los Angeles. Sie hat 2 Attraktionen. erstens den Flughafen, Hier parken Fluglinien aus aller Welt ihre nicht mehr benötigten Jumbos. 82 an der Zahl parken zurzeit hier. Der Grund ist das trockene Klima hier.

Die zweite Attraktion und für uns wichtig, ist das CALIFORNIA ROUTE 66 MUSEUM. Hier findet man alles, was mit der Motherroad zusammenhängt. Unzählige Fotos, alte Autos, die einst die Route befuhren und natürlich Souvenirs, Souvenirs.

Victorville

Das California Route 66 Museum

Im Kaffee nehmen wie eine letzte Stärkung zu uns, bevor es noch einmal in die Berge geht. Das erste Stück nach Victorville ist ziemlich langweilig, aber dann geht es bergauf. Von Big Pines steigt die Strasse noch einmal auf 2.500 m hinauf. Die Fahrt hier durch den Los Angeles National Forest ist so wunderschön. Man kann sich nicht vorstellen, dass wenige Kilometer entfernt die Riesenstadt Los Angeles ist. Immer wieder hat man tolle Ausblicke auf eine tolle Landschaft. Die Strasse schlängelt sich durch die San Gabriel Mountains, bergauf und bergab, es ist ein wahres Vergnügen.

Langsam windet sich die Strasse in Richtung Los Angeles hinunter. Kurz von La Canada Flintridge sehen wir erstmals die Stadt zu unseren Füßen. Von hier fahren wir auf bis zum Ventura Freeway und cruisen auf dem Freeway bis Sherman Oaks. Wir verlassen den Freeway und biegen ab in den Süden. Nach ein paar Kilometern geht es nochmals in die Berge bis zum Mulholland Drive. Diese Panorama-Strasse bietet an einigen Aussichtspunkten traumhafte Ausblicke auf LA. Später biegen wir auf die Roscomare Road ein und fahren durch das Nobelviertel Bel Air, vorbei an der University of California bis zum Santa Monica Blvd.

Mulholland

Blick auf LA vom Mulholland Drive

Hier hat uns die Route 66 wieder und wir genießen die letzten knapp 8 km bis zum Ende der Route 66 am Pazifischen Ozean Hier am Santa Monica Pier endet nach 3.940 km die Motherroad. Sie beginnt in Chicago und durchquert dabei 8 Bundesstaaten. Auch für uns geht hier am bekannten Schild eine Traumreise zu Ende. Auch wir haben eine große Strecke hinter uns gebracht. Auf unserer Reise von Las Vegas in Nevada, zu den fantastischen Canyons und Valley´s Utahs, zum Grand Canyon in Arizona und durch die kalifornische Mojave Wüste bis hierher haben wir ca. 2.550 km zurückgelegt.

Santa Monica

Das Ende der Route 66

Aber noch ist ja unsere Reise nicht ganz vorbei, wir haben ja noch einen Tag, um Los Angeles zu erkunden. Aber für heute endet unsere Fahrt hier, den unser Hotel, das 4-Sterne-Hotel Shore ist gleich gegenüber vom Pier. Das heißt, einchecken, frisch machen, umziehen und hinunter an den Strand und hinein in die Fluten des Pazifischen Ozeans.  Nach so einer langen Reise endlich am Meer, herrlich. Eintauchen in die Fluten und dann am Strand spazieren. Das haben wir uns verdient. Es ist ein Genuss so am Strand zu entlang zu laufen, zwischendurch ins Wasser zu hüpfen und das Flair von Santa Monica ins sich auf zu nehmen.

Santa Monica

Am Strand von Santa Monica

Nach diesem entspannenden Erlebnis wird es Zeit, sich für das Fortgehen zurecht zu machen. Das pulsierende Leben von Downtown Santa Monica erwartet uns. Nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt ist die 3rd Street, die bekannte Flanierpromenade. Die Promenade ist eine lange und wunderschöne Fußgänger – Zone, mit unheimlich viel Flair. Links und rechts gesäumt von Bäumen, die angenehmen Schatten spenden. In der Mitte der Straße findet man Blumen-Inseln, Brunnen und Sitzgelegenheiten. Hier geht wirklich die Post ab, Menschen aller Hautfarben bummeln über die Promenade, Straßenkünstler zeigen, was sie können. Wir suchen uns ein Lokal mit Gastgarten und lassen das bunte Geschehen bei einem kühlen Getränk auf uns wirken. Es ist einfach herrlich hier zu sitzen. Zurück zu denken, was man alles in den letzten Tagen erlebt hat, ein bisschen traurig, dass es fast vorbei ist, aber auch froh, dass alles gut verlaufen ist.

Langsam meldet sich der Hunger zu Wort. Wir gehen die Promenade hinauf und gegenüber vom Markt Pavillion sehen wir ein mexikanisches Lokal, das Casa Martin. Mexikanisch haben wir auf unserer Reise noch nicht gegessen, also passt das. Als erstes lassen wir uns eine Casa Martin Platter kommen. Als Hauptspeise eine Mar, Cielo, Tierra Molcajete. Das sind Shrimps, Steak, Chorizo, Huhn usw. auf einem heißen Lavastein serviert, mit allen möglichen Beilagen und Salat. Ein wahrer Traum. Als Nachspeise einen Flan, eine Eiscreme mit viel Zucker und Milch, die in Förmchen im Wasserbad gegart wird. Sensationell. Das Essen ist wirklich hervorragend.

Santa Monica Promenade

Jetzt sind wir gestärkt und werfen uns ins Nachtleben, dass sich besonders am Pier abspielt. Einmal noch ein bisschen Gas geben, denn es kommt unser letzter Tag. Morgen ist noch eine ausgiebige Tour durch Los Angeles angesagt.

Bevor wir morgen nach Hause fliegen, haben wir noch einen ganzen Tag für Los Angeles. Das ist zwar für diese Stadt mit seinen vielen Attraktionen nicht viel, aber ein paar Dinge gibt es schon, die wir noch besichtigen können. Natürlich darf da Hollywood nicht fehlen, hinauf zum weltberühmten Hollywood Sign, dem Griffith Obersavatory mit seinem traumhaften Ausblick auf LA. Später wollen wir noch einen Bummel über den exklusiven Rodeo Drive machen und zum Abschluss die starken Männer am Venice Beach beobachten. Zurück zu unserem Hotel und den Rest des Tages am Strand.

Nach dem Frühstück ist der RODEO DRIVE unser erstes Ziel. Diese Strasse in Beverly Hills ist ein Synonym für Hollywood – Glamour und Luxus. Alle Luxus-Labels der Welts ist hier vertreten. Auf den 3,2 km dieser Strasse begegnet man mit Glück einen der berühmten Stars und Sternchen beim Shoppen. Auf unserem Spaziergang hatten wir leider nicht das Glück, aber es war auch so interessant einen Blick auf eine berühmtesten Einkaufsstraßen der Welt zu werfen.

Der exklusive Rodeo Drive

Unser nächster Halt gehört natürlich zum Pflichtprogramm eines Los Angeles Aufenthalts. Wir fahren zum weithin sichtbaren Zeichen, dem berühmten HOLLYWOOD – SIGN Der Weg dorthin führt uns nach Hollywood und dann eine steile Strasse hinauf auf den Mount Lee. Von hier aus kommt man den Schriftzug am nächsten. Vom Mount Lee Drive sieht man das Zeichen zwar von hinten und so von der Nähe ist es eigentlich nur ein 15 Meter hohes Holzschild, aber der Ausblick von hier auf Los Angeles ist überwältigend. Um das Zeichen zu fotografieren gibt es bessere Standorte.

Aus Holz und eigentlich ein Provisorium – Das Hollywood Sign

Zu diesen Plätzen begeben wir uns jetzt auch. Wieder den Mount Lee hinunter und dann geht es über eine steile, enge Strasse hinauf zum Griffith Park. Immer wieder hat man nun tolle Ausblicke auf das Hollywood – Schild. Am Park angekommen suchen wir uns einen Parkplatz. Hier in diesem 17 km2 großen Park, er ist der zweitgrößte in den USA gibt es einige Attraktionen. Angefangen vom Los Angeles Zoo, dem Eisenbahn-Museum, einem Museum über die Zeit des Wilden Westen, bis hin zum weithin sichtbaren Griffith Observatorium. Natürlich kommt auch der Sport nicht zu kurz. Herrliche Wanderwege laden zu wunderschönen Wanderungen ein, auf denen man auch die üppige Flora und Fauna des Parks bewundern kann. Selbstverständlich darf in Amerika ein gepflegter Golfplatz nicht fehlen. Man kann reiten, mit einem Ranger geführte Wanderungen unternehmen uvm.

Griffith Observatorium

Wir begnügen uns mit einem Rundgang beim Observatorium. Auch von hier hat man einen fantastischen Blick auf diese Riesenstadt und die Wolkenkratzer von Downtown LA. Wir spazieren zurück zu unserem Fahrzeug und nehmen die Strasse durch den Mt. Hollywood – Tunnel hinunter nach Hollywood. Durch eine schöne Wohngegend gelangen wir wieder ins Tal und kurz vor dem Hollywood Boulevard fahren wir in die SP+Parking Tiefgarage. Jetzt sind es nur mehr ein paar Schritte bis zum berühmten WALK OF FAME.

The Walk of Fame

Wir kommen von der Parkgarage beim Dolby Theatre, dem früheren Kodak Theatre. Im Dolby Theatre finden die jährlichen Oscar-Verleihungen statt. Von hier kommt man direkt zum Hollywood Blvd und da sind sie auch schon vor uns, die Sterne der Stars. Mittlerweile sind hier am Hollywood Blvd. über 2000 Sterne in den Gehsteig eingelassen. Die ersten, die so zu Ehren kamen, waren am 15.8.1956 acht damals bekannte Stars, darunter auch Burt Lancaster. Wir schlendern weiter zum GRAUMAN` S CHINESE THEATRE. In diesem Theater wurden und werden auch heute noch viele Filme im Beisein der Stars uraufgeführt. Vor dem Theater und in der näheren Umgebung findet man die absoluten Highlights am Hollywood Boulevard. Die Hand- und Fußabdrücke der wirklich großen Hollywood-Stars. Begonnen hat alles mit Douglas Fairbanks und Mary Pickford und endet mit Dean Winters (Sex and the City). Dazwischen gibt es solche, wie Marilyn Monroe oder die, der gesamten ersten Crew der Enterprise.

Die gesamte Enterprise Crew verewigt

Wir spazieren noch ein wenig auf dem Walk of Fame, treffen viele Bekannte, wie Roger Moore, Joan Collins oder Jack Lemmon. Es macht eine Zeitlang Spaß, die Sterne zu betrachten, aber dann machen wir uns auf den Weg zurück zur Tiefgarage. Wir müssen zurück ans Meer. Quer durch Los Angeles fahren wir nun zum Venice Beach. Der Strand hier gehört zum Ort Venice, einer Künstlerstadt, ein Stück unter Santa Monica. Es herrscht hier eine ungezwungene und ausgeflippte Atmosphäre. Aber uns zieht es zum Muscle Beach, dem Mekka der Outdoor-Bodybuilder. Hier wird ge-outworkt und gepumpt, was das Zeug hält. Echte Bodybuilder, aber auch fröhliche Exhibitionisten, alles findet mam hier. Es macht richtig Spaß, andere beim Schwitzen zuzusehen. Wer Lust hat mit zu machen, der kann sich um 10,-€ ein Ticket kaufen.

Hier hat auch Arnold trainiert

Für uns aber wird es Zeit zurück ins Hotel zu fahren und den letzten Tag ausklingen zu lassen. Es gilt Koffer zu packen, seine Gedanken zu ordnen und dann Abschied zu nehmen vom Meer und von der traumhaften Tour. Morgen geht es nach Hause.

Letzte Nacht haben wir noch ausgiebig Abschied gefeiert. Abschied von einem Land, das uns so viel Schönes gezeigt hat. Wir haben viel erlebt, freundliche und nette Menschen kennengelernt und vor allem sind wir ohne einen Zwischenfall in Los Angeles angekommen. Das ist doch ein Grund, um richtig zu feiern. Aber selbstverständlich hat sich alles im Rahmen bewegt.

Unser Flieger geht erst am Nachmittag, so können wir nach dem Frühstück noch einmal zum Strand gehen und uns auch vom Pazifischen Ozean verabschieden und am Pier noch einen letzten Drink nehmen. Um 11.00 checken wir aus und fahren zur Verleihstation am Flughafen. Die Rückgabe geht schnell und unkompliziert. Das Auto abgeben, es wird kurz angeschaut und der Mietvertrag gescannt und das war es.

Bye, Bye, hat Spaß gemacht mit dir.

Mit dem Shuttlebus fahren wir zum Los Angeles International Airport. Wir müssen zum United Terminal Nummer 7 zum Check – In. Alles geht rasch und unkompliziert. Noch einen letzten Kaffee im Check – In Bereich und pünktlich um 15.00 hebt die LH457 in Los Angeles ab. Noch einmal fliegen wir über die Stadt und auf unserer Route nach Westen fliegen wir über die Mojave – Wüste und sehen die Route 66 noch einmal von oben.

Die Mojave, mit der I-40, dem Zug und der Route 66

Schnell geht es in die Nacht hinein, es wird ruhig im Flieger und ich denke zurück. Es wird lange dauern, bis all das, was wir erlebt und gesehen haben, aufgearbeitet ist. Eines steht auf jeden Fall fest, diese Reise war ein absoluter Traum, ein Traum, den wir uns erfüllt haben und der in meiner Erinnerung immer einen hohen Stellenwert haben wird.

Bye, Bye Amerika

Wie ist die Reise buchbar?

Es gibt für diese Reise mehrere Optionen. Man kann die Tour sowohl mit dem Biker als auch mit dem Mietwagen machen. Beide Varianten sind wunderschön. Bei den Bike´s sind es vorwiegend Harley Davidson, die wir anbieten, aber es sind auch andere Marken möglich.

Sie können die Rundreise allein oder in einer Gruppe buchen. Wir bieten Ihnen alle Möglichkeiten. Möchten Sie gerne eine geführte Motorrad-Tour machen, bieten wir zu bestimmten Terminen diese an. Sind Sie eine Motorrad-Runde und möchten einen Guide inkl. Begleit-Fahrzeug können wir das natürlich auch organisieren.

Wahlweise können Sie die Richtung ändern, also entweder ab Las Vegas, und bis Los Angeles oder auch umgekehrt. Oder Sie buchen gleich unsere geführte Tour.

Sie haben die Wahl.

 

Wann ist die beste Reisezeit?

Bis auf die Wintermonate kann man diese Reise jederzeit machen. Allerdings sollte man bedenken, dass in den Sommermonaten extrem heiß sein kann. Besonders in der Mojave-Wüste sind Temperaturen von über 40 Grad keine Seltenheit. Machbar ist es ab Ende März bis zum November. Ich war einmal Anfang März auf dieser Reise und hatte mit Schnee und Kälte zu tun. Immerhin bewegt man sich ab dem Zion NP bis zur Route 66 ständig zwischen 2.000 und 3.000 m Seehöhe. Der höchste Punkt dieser Tour liegt auf 3.500 m.

Die beste Reisezeit ist der Mai und Juni und September und Oktober. Hier kann man mit beständigem und trockenem Wetter rechnen. Wichtig ist, dass man nie die großen klimatischen Gegensätze vergisst, denen man in Laufe der Reise begegnet. Wüste, Hochplateaus, Gebirge, wilde Canyons und das Meeresklima am Ende der Tour.

Was kostet diese Reise?

Der Preis dieser Reise hängt von sehr vielen Faktoren ab. Zunächst einmal, buchen Sie die Rundreise allein oder als Pauschalreise. Da hängt viel vom Zeitpunkt, der Airline und der Klasse ab. 

Bei einem Mietwagen und besonders bei den Bike´s ist natürlich die Kategorie ausschlaggebend. Bei den Motorrädern bieten wir in erster Linie Harley Davidson an, in vielen unterschiedlichen Kategorien. Auch bei den Hotels ist die Kategorie entscheidend. Ich möchte hier betonen, dass die Unterkünfte, wie wir sie auf unserer geführten Tour anbieten, allesamt von uns persönlich getestet sind und wir diese sehr empfehlen. Man kann bei billigen Häusern die eine oder andere Überraschung erleben.

Auf jeden Fall können wir Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot erstellen, das ganz auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist.